Berichte
Mit Saskia Mulder zum Erfolg / HandballWoche 29/30 / 19.07.2005
Aller guten Dinge sind drei / HandballWoche 29/30 / 19.07.2005
Pudding hält nicht an der Wand / HandballWoche / 21.06.2005
Zwischen Himmel und Hölle / HandballWoche / 21.06.2005
Voller Optimismus nach Polen / HandballWoche / 07.06.2005
Wir wollen die Quali schaffen / HandballWoche / 07.06.2005
Neue Halle, neue Ansprüche / HandballWoche / 07.06.2005
SPR Lublin wird polnischer Meister / H.J. / 08.05.2005
"Die Planung war ein Missgriff" / HandballWoche / 26.04.2005
Spielplan eine Zumutung / HandballWoche / 12.04.2005
HW-Mitarbeiter Björn Pazen sprach mit Emrich / HandballWoche / 08.02.2005
Polinnen verlieren drei Spiele gegen Rumänien / H.J. / 08.02.2005
Polinnen bereiten sich auf Qualifikation vor / H.J. / 20.02.2005
Armin Emrich wird neuer Bundestrainer / HandballWoche Nr. 07 / 15.02.2005
Die Liga ist gespalten / HandballWoche Nr. 04 / 25.01.2005
"Schröder" macht Schluss / HandballWoche Nr. 04 / 25.01.2005
Schwere Gegner für deutsche Teams / HandballWoche Nr. 01 / 04.01.2005
"Das war nicht erbauend"/ HandballWoche Nr. 49 / 30.11.2004
Sensations-Wechsel in Leipzig/ HandballWoche Nr. 49 / 30.11.2004
Der Testcharakter überwog/ HandballWoche Nr. 48 / 23.11.2004
Alles andere als graue Maus/ HandballWoche Nr. 48 / 23.11.2004
Frankfurts Frauen vor großer Hürde / HandballWoche Nr. 41 / 05.10.2004
Dietmar Rösicke, der Ballverteiler / Handballwoche / 31.08.2004
Die Play-Off-Runde im Visier / Handballwoche / 31.08.2004
Zielvorgabe: Erreichen der Hauptrunde / Handballwoche / 20.07.2004
Für Mainzlar wird die Zeit knapp / Handballwoche / 20.07.2004
Frauenhandball in Polen mit Fragezeichen / H.Jack / 01.07.2004
Miezen starten mit blauen Flecken / HandballWoche / 22.06.2004
Joanna Wodniak beendet Gastspiel beim BSV / 03.06.2004
Das Image hat gelitten/ HandballWoche Nr. 23-25 / 02.06.2004
Wermutstropfen / HandballWoche Nr.22 / 26.05.2004
Europacup / 23.05.2004
Griechische Nationalmannschaft zu Gast in Norddeutschland / 13.05.2004
Von der Puszta in die Provinz / HandballWoche / 11.05.2004
Nürnberg landet in Riesa Pokal-Coup / NWZ / 10.05.2004
1. Bundesliga - Endstand / Saison 2003/2004 / 03.05.2004
Zuschauerzahlen 2002/2003 in der ersten Frauen-Bundesliga / 09.07.2003

Mit Saskia Mulder zum Erfolg / HandballWoche 29/30 / 19.07.2005

Erfurt: Dago Leukefeld baut auf professionelle Strukturen

Er musste sich viel anhören in den Wochen der Play-offs. Er sehe zum Fürchten aus, meinten die einen. Die Haare im Gesicht seien länger als jene auf dem Kopf, spotteten die anderen. Obwohl es juckte, kratzte und er sich selbst nicht mehr im Spiel anschauen konnte, blieb Dago Leukefeld hart "Wer rasiert - verliert!", lautete sein Motto für die entscheidenden Aufstiegsspiele gegen Halle und Markranstädt. Er ließ den Bart wuchern - und stieg auf.

Damit gelang dem ehemaligen Bundestrainer bereits im ersten Jahr bei den Thüringern der große Coup. Erst zu Beginn der vergangenen Saison hatte ihn der Präsident des THC Erfurt/ Bad Langensalza, Dr. Karsten Döring, zurück in seine Thüringer Heimat gelockt. Die Herausforderung, "zu Hause etwas aufzubauen" und die "professionellen Strukturen im Verein", bewogen den 42-Jährigen zu seinem damaligen Weggang aus Trier. Im Zweitliga-Jahr erwies sich Leukefeld als gewiefter Taktiker. Die ganze Saison war ausgerichtet auf die Finals, der vierte Platz in der Meisterschaft nur Beiwerk? Die Last-Minute-Verpflichtung von Altmeisterin Bianca Urbanke-Rösicke für die Play-offs erwies sich als ein entscheidendes Stück im Aufstiegspuzzle. Einem weiteren Engagement erteilte die Frankfurterin allerdings eine Absage.

Dafür konnte der gebbürtige Thüringer Leukefeld, der im Klub als Cheftrainer und Teammanager in Personalunion arbeitet, zwei andere Ex-Weltmeisterinnen zum THC locken. Aus Rostock kommt Rückraum-Ass Swetlana Minewskaja (mit ihr hatte Leukefeld bereits in Trier gearbeitet), zudem wechselt Michaela Schanze von Halle-Neustadt nach Erfurt. "Das sind zwei absolute Wunschspielerinnen von mir, die unsere Talente führen können", sagt Leukefeld. Auch Katrin Höhne, sie erzielte immerhin 200 Regionalliga-Tore für Lützellinden, gilt als Verstärkung. Einen echten Coup landete Leukefeld allerdings mit der Verpflichtung der niederländischen Nationalspielerin Saskia Mulder. Mit der Ausnahme-Linkshänderin machte Leukfeld ebenfalls bereits gute Erfahrungen, beide waren zeitgleich beim ehemaligen Erstligisten Blomberg aktiv. Spricht der Ex-Auswahltrainer von der Holländerin, gerät er ins Schwärmen: "Sie ist eine der besten Rechtsaußen Europas." Deshalb sei er verdammt stolz, sie vom dänischen Spitzenklub Viborg HK losgeeist zu haben.

Die 26-Jährige soll ein Eckpfeiler des neuen Teams werden. Auf dem sportlichen Sektor bestehe aus Leukefelds Sicht der größte Steigerungsbedarf. Der Verein, der mit einem Etat von 700 000 Euro für die neue Saison plant, sei schon viel weiter als die Mannschaft. So müsse in puncto Athletik, Tempohärte vorwärts wie rückwärts und körperlicher Robustheit zugelegt werden. Ab 1. August beginnt der Aufsteiger mit dem Training. Hoch motiviert und - was den Trainer betrifft - auch frisch rasiert.

Quelle: Marco Alles - HandballWoche, 19. Juli 2005, Nr. 29/30


Aller guten Dinge sind drei / HandballWoche 29/30 / 19.07.2005

Ketsch: Karin Euler vertraut auf die Charakterstärke

Aller guten Dinge sind drei, dachten sich die Handballerinnen der TSG Ketsch, als sie am 5. Juni 2005 ihren Coup perfekt machten. Als Tabellendritter der zweiten Handball-Bundesliga schalteten die "Bären" im Aufstiegs-Play-Off zunächst Blomberg und dann vor 3500 Zuschauern in der Hohenstaufenhalle auch das favorisierte Team von Frisch Auf Göppingen aus. Nach 1994 und 1999 hat Ketsch damit zum dritten Mal den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft.

Anders als bei den ersten beiden Aufstiegen versteht die Mannschaft aus der badischen Handball-Hochburg ihren Anlauf ins deutsche Oberhaus jetzt allerdings nicht als Abenteuer. "Wir wollen die Klasse halten und ich denke, dass unsere Chancen gar nicht so schlecht sind", verweist TSG-Trainer Karin Euler auf eine gewachsene, ehrgeizige Mannschaft.
Da schreckt es die TSG auch nicht, dass "Bären" in der Rhein-Neckar-Region nicht gerade unter Naturschutz stehen. Will heißen, die Sponsorensuche gestaltet sich in Ketsch - auch aufgrund der im nahen Umkreis fast übermächtigen Männerkonkurrenz wie SG Kronau/Östringen oder HG Oftersheim/Schwetzingen - nicht einfach. Und das, obwohl die TSG seit 13 Jahren in der ersten und/oder zweiten Bundesliga angesiedelt ist. So geht Karin Euler immerhin schon in ihr zwölftes Trainerjahr! "Wir arbeiten solide, wollen jungen '"Spielerinnen aus der Region Perspektiven bieten." Die 49-jährige Diplomsportlehrerin hat sich längst damit abgefunden, aus der Not eine Tugend zu machen. Statt Profis setzt das reine Amateurteam auf Perspektivspieler, die in der starken A-Jugend oder im gerade in die Baden-Württemberg-Oberliga aufgestiegenen zweiten Team für die Bundesliga aufgebaut werden sollen. So geschehen jetzt mit der Verpflichtung der 17-jährigen Jugend-Nationaltorfrau Mandy Burrekers aus den Niederlanden.

"Natürlich stünde uns eine starke Rückraumspielerin gut zu Gesicht, aber in diese gefestigte Mannschaft müssen neue Kräfte nicht nur sportlich, sondern vor allem charakterlich passen." Euler weiß wovon sie spricht, muss sie doch mit Stipanka Ivandic, die ein Stipendium, an der Stanford-University wahrnimmt, auf eine - auch im Abwehrbereich - ganz wichtige Spielerin verzichten. Trotzdem will Ketsch am Saisonende nicht zu den zwei Absteigern gehören. "Zwar hat uns die Liga zusammen mit Kirchhof schon abgeschrieben, doch Ketsch hat schon oft dafür gesorgt, dass es anders kommt, als mancher denkt", setzt Euler neben Leistungsträgern wie Astrid Wörner oder Franziska Garcia-Almendaris auch auf die tolle Entwicklung, in der beispielsweise Svenja Huber oder Natalie Augsburg stecken. "Ich denke schon, dass die Plattform erste Liga für einige Spielerinnen als Empfehlung für die Nationalteams dienen kann", hofft die DHB-Trainerin Euler. Die Bären sind jedenfalls wieder los und werden die Liga nicht nur durch ihre Unbekümmertheit bereichern.

Quelle: Anja Treiber - HandballWoche, 19. Juli 2005, Nr. 29/30


Pudding hält nicht an der Wand / HandballWoche / 21.06.2005

WM-Qualifikation: Emrich-Team scheitert an Polen - Strombach: "Ein trauriger Tag für den Frauenhandball"

Gewohnt sachlich und routiniert stand Armin Emrich Rede und Antwort. Der Bundestrainer, selbst durch das Scheitern an Polen in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft in St. Petersburg (5.-18. Dezember) scheinbar nicht aus der Ruhe zu bringen, sah sich auf der Pressekonferenz alleine einer ganzen Meute von Journalisten gegenüber. Kollege Zygfryd Kuchta hatte sich bereits schnell wieder zur feucht-fröhlichen Polen-Party aufgemacht. Mitten in seinen Erläuterungen stand Emrich plötzlich auf, öffnete seine Trainingsjacke und fragte: "Kann man Pudding an die Wand nageln?" - Schulterzucken und Rätselraten bei den Medienvertretern. Dann präsentierte der Schwabe sein Trikot, ein Geschenk der Mannschaft zu seinem 54. Geburtstag am vergangenen Donnerstag. Auf dem Orginal-Kempatrikot stand: "Wir nageln den Pudding an die Wand!"

Zugegeben, ein seltsames Bild und eine noch seltsamere Vorstellung. Doch der Team-Spruch war Symbol und Ausdruck für den Willen, in Oldenburg das Unmögliche möglich zu machen. Und tatsächlich, nach der blamablen 30:40-Hinspiel-Niederlage in Polen war Deutschland in der "Sensations-Arena von Oldenburg" (Emrich) schon wieder auf den Zug nach Russland aufgesprungen, führte zwischenzeitlich gar mit zwölf Toren. Individuelle Fehler und, wie Emrich fand, mangelndes "Energiepotenzial, nachdem wir in der ersten Halbzeit so ein Feuerwerk abgebrannt hatten", warfen Jurack und Co. allerdings vom Russland-Express wieder ab.

Am Ende bleibt für alle Beteiligten die Erkenntnis von Grit Jurack, die Qualifikation "bereits in Polen versaut" zu haben. Denn vor einer Woche in Kielce hatte Deutschland nicht den Hauch einer Chance, wurde von einer Mannschaft, die nicht zur Europas erster Garde gehört, verdient mit zehn Toren Unterschied an die Wand gespielt. Dabei profitierten die Polinnen von einem "kollektiven Blackout" (Co-Trainer Wolfgang Reckenthaler) Deutschlands.

Diese zehnminütige Ohnmacht hatte allerdings weitreichende Folgen. Denn sie war der Grundstein für Polens Erfolg und verbunden mit der ersten Qualifikation für ein internationales Großereignis seit sechs Jahren.

Für den Deutschen Frauenhandball war es jedoch "ein trauriger Tag", wie DHB-Präsident Ulrich Strombach befand. Es war der Tag, an dem Deutschland trotz des guten fünften Platzes bei der EM in Ungarn zurück in die Zweitklassigkeit rutschte. Denn die Auswahl des DHB verpasste bereits zum vierten Mal in nur fünf Jahren eine Qualifikation. In Sydney und Athen (2000 und 2004) war Deutschland ebenso zum Zuschauen verurteilt wie bei den Welttitelkämpfen 2001 (Südtirol) und nun in Russland.

Wut und Enttäuschung regierten deshalb in Oldenburg. "Schade, dass wir bei der WM nicht dabei sind", schluchzte Clara Woltering. Als "sehr bitter" empfand Reckenthaler das Scheitern und Jurack sagte: "Wir sind bei einem Höhepunkt nicht dabei. Da fehlt halt was..."
Vor allem fehlt dem DHB auf Grund der Nicht-Qualifikation nun die finanzielle Unterstützung durch das Bundesinnenministerium. "Rund 30 000 Euro gehen uns dadurch verloren", erklärte DHB-Sportdirektor Peter Sichelschmidt. Dennoch wolle man am normalen Programm für Lehrgänge und Turniere festhalten: "Wir werden nun nicht die Sense rausholen."

Zur Trauer und den Tränen gesellte sich aber in Oldenburg schnell auch der Stolz. "Wir haben das Wunder nicht geschafft", sagte Heike Schmidt, die ihr 168. und letztes Länderspiel absolvierte, über das Hallenmikrofon: "dennoch bin ich stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein. Sie hat Charakter."

Bevor Schmidt dann zur Abschieds-Ehrenrunde in ihrer Heimat ansetzte, trat sie ungewollt eine Lawine los: "Armin Emrich hat ein schweres Erbe angetreten", war von Schmidt zu hören, "die ganze Mannschaft steht hinter ihm. Er ist der Mann für die Zukunft. Ich hoffe, das Präsidium sieht das auch so." Eigentlich wollte der DHB-Kapitän mit diesem Statement Emrich den Rücken starken und eine Lanze für mehr Kontinuität bei der sportlichen Leitung brechen, doch entfachte Schmidt damit Diskussionen über die Zukunft Emrichs als Bundestrainer. "Diese Brandrede war nicht nötig. Die sportliche Leistung spricht für sich", stellte Strombach sofort klar und ließ keinen Zweifel daran, dass Emrich seinen Vertrag bis 2008 erfüllen werde.

Emrich hatte erst im März das Bundestraineramt von Ekke Hoffmann übernommen. Nach einem erfolgreichen Vier-Länderturnier in Riesa (Platz zwei hinter Europameister Norwegen) und zwei nichtigen Siegen gegen Österreich (40:23, 40:31) war die WM-Qualifikation die erste harte Bewährungsprobe für den ehemaligen Männer-Bundestrainer.

"Ich bin selber völlig überrascht von Heikes Plädoyer. Ich habe keine Antwort darauf", gab Emrich zu und betonte, sehr viel Freude am Frauen-Handball gefunden zu haben: "Die ist auch nach der Qualifikation ungebrochen."

Quelle: Olaf Bruchmann - HandballWoche, 21. Juni 2005, Nr. 25/26


Zwischen Himmel und Hölle / HandballWoche / 21.06.2005

Deutschland -Polen 31:25 (18:8)

Deutschland: Gräfer (4 Paraden), Woltering (12P); Härdter (2), Jurack (5), Müller, Erfmann, Wörz (2), Reiche (3), Henze, Stange, Krause (11/2), Schmidt (3), Melbeck(3j, Althaus(2).

Polen: Lacz (3P), Chemicz (6P}; Kot (1), Marzec (5), Szafulska, Malczewska (3), Mlot (1), Niedzwiedz-Cecotka, Kowalska (3), Strzlkowska, Polenz (2), Wolska, Kudlacz (6/5), Wypych (4).

SR: Repensek/Pozeznik (Slowenien).
Z.: 2200 in Oldenburg.
Zeitstrafen: 10:12 Min. (Erfmann, Wörz, Melbeck, Althaus zweimal - Marzec zweimal, Mlot zweimal, Kowalska, Strzlkowska).
Siebenmeter 6/2:6/5 (Krause scheitert an Lasz, Jurack zweimmal an Chemicz, Schmidt an Chemicz - Gräfer hält gegen Wypych).
Beste Spielerinnen: Woltering, Krause - Malczewska, Kowalska.

Spielfilm: 3:2 {?.), 9:6, 12:7 (22.), 18:8 : 22:10, 26:15, 28:16 (47.),30:20,31:24(54.),31:25.

Es war eine merkwürdige Ruhe vor dem Spiel: Anspannung war bei den Zuschauern in der tollen und neuen EWE-Arena zu spüren - Entschlossenheit bei den Spielerinnen. Dann brach der Sturm los: 4600 Hände klatschten und 2200 Kehlen brüllten Deutschland nach vorn. Konzentriert, aggressiv und ohne Rücksicht auf sich und den Gegner packte die 6:0-Abwehr zu. Dahinter stand mit Clara Woltering eine aufmerksame Torhüterin. So hatten Krause, Jurack und Co. bereits zur Pause die erforderlichen zehn Tore aufgeholt, in der 47. Minute sogar ein kleines Polster (28:16) erarbeitet St. Petersburg rückte näher. Polens Trainer Zygfryd Kuchta behauptete, er habe zu diesem Zeitpunkt schon die Treppe zur Hölle gesehen.

Dann aber stellte der Trainerfuchs seine Abwehr (von 5+1 auf 4:2 und später auf 3:2:1) um. Die Deckung gestatte nun keine Kreisanspiele mehr und unterband das Einlaufen geschickt. "Da hat uns die Cleverness gefehlt", gab Woltering zu. Und Jurack behauptete, "da haben wir den Sack nicht zu gemacht". Der deutsche Rückraum wurde ungeduldig und besonders Jurack glaubte wohl, das Spiel alleine entscheiden zu müssen. Drei Fehlversuche vorne und Polen schenkte Woltering drei Konter schneller ein, als sie "Hexer" sagen konnte. Die Folge: Statt 33:20 stand es plötzlich 30:23. St Peterburg war wieder weit weg. Mit kühlem Kopf und erstaunlicher Routine agierte Polen danach und Kuchta fand sich "im Himmel wieder".

Quelle: OLE - HandballWoche, 21. Juni 2005, Nr. 25/26


Voller Optimismus nach Polen / HandballWoche / 07.06.2005

WM-Qualifikation: Emrich-Team mit Selbstvertrauen und Respekt vor dem Hinspiel

Armin Emrich verbreitet Optimismus. Seine Stimme ist klar und deutlich, Zweifel lässt der Bundestrainer gar nicht erst aufkommen. "Der Weg ist das Ziel. Und wir wollen nach St. Petersburg!", erklärt der 53-Jährige und ist davon überzeugt, dass die Mannschaft, die er seit Anfang März betreut, den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Das Ziel, das Emrich ansteuert, ist Russland, genauer gesagt St. Petersburg. Dort findet im Dezember (5.-18.) die Weltmeisterschaft der Frauen statt und Deutschland will, nach dem es 2001 (in Südtirol} zuschauen, 2003 (in Kroatien) einen enttäuschenden zwölften Platz belegte und bei der vergangenen Europameisterschaft mit Platz fünf für Aufsehen sorgte, sich in der Weltspitze etablieren.

Die Reise nach Russland jedoch führt über Polen. Und das nicht nur geographisch. Denn vorerst verbaut die Auswahl Polens dem Emrich-Team den Weg. Zwei Qualifikationsspiele (12. Juni, 20 Uhr in Kielce - Rückspiel am 18. Juni, 16 Uhr in Oldenburg) stehen auf dem Programm, ehe klar ist, wer von beiden Teams einen der noch acht freien europäischen Startplätze bekommt. "Wir sind jetzt bei den Informationen über unseren Gegner auf Ballhöhe", erklärt Emrich, ohne zu verheimlichen, dass es schwer war, an Details der polnischen Mannschaft zu kommen.

"Ich sehe Deutschland als 60:40-Favorit", sagt unterdessen Leszek Krowicki. Der Neu-Trainer des VfL Oldenburg ist gebürtiger Pole, zwar seit Jahren in Deutschland aktiv, verfolgt aber das Geschehen in der Heimat sehr intensiv. "Ich bin sehr gespannt auf meine Landsleute", verrät der ehemalige deutsche Bundestrainer, "vor allem halte ich den Spielort Kielce für gut gewählt. Die Halle wird dort voll und laut sein. Das wird nicht einfach."

Das weiß auch Armin Emrich. "Wer es nur ein bisschen an Respekt und Einstellung mangeln lässt, kommt schnell aus dem sportlichen Gleichgewicht", sagt der Lehrer aus dem südbadischen Allmannsweier, der seiner Mannschaft seit gestern (Montag, 6. Juni)in der Sportschule Grünberg den nötigen Feinschliff verpasst. Sogar ungewöhnliche Mittel, sogenannte teambildende Maßnahmen, wurden gewählt So verbrachte das komplette Team einen Abend in der Eigeltinger Lochmühle und nahm an einer "Bauernhofolympiade" teil. Zu den Aufgaben zählten unter anderem Bullenreiten und Melken.

Personell kann der Bundestrainer auf seine Bestbesetzung zurückgreifen. Nur Regisseurin Mären Baumbach (Trier) wird auf Grund von Schulterproblemen fehlen. Auch Stefanie Melbeck (Buxtehude), die bei der gelungenen Generalprobe gegen Österreich (40:32 und 40:23} wegen einer Sprunggelenksverletzung aussetzen musste, kehrt ins Team zurück. Große Hoffnungen ruhen vor allem auf Nadine Krause. Die Torjägerin des TSV Bayer Leverkusen hat sich nach ihren Mittelhandbruch eindrucksvoll in Liga, Pokal und europäischem Wettbewerb zurückgemeldet und ist voller Tatendrang: "Hoffentlich klappt es jetzt auch endlich in der Auswahl", sagt die 23-Jährige.

Nach den Trainingseinheiten von Grünberg wird der Tross des Deutsche Handballbundes (DHB) unter der Leitung von Vizepräsident Rainer Witte am kommenden Samstag erst nach Warschau fliegen, ehe es dann mit dem Bus weiter nach Kielce geht Am Sonntag steigt dann das WM-Qualifikationshinspiel (wegen einer TV-Übertragung auf 20 Uhr verlegt).

Die WM-Qualifikation im Überblick
Begegnung

Deutschland - Polen
Schweden - Kroatien
Aserbaidschan - Österreich
Tschechien - Rumänien
Niederlande - Spanien
Rep. Mazedonien - Serbien/Montenegro
Weißrussland-Ukraine
Portugal-Slowenien

Quelle: Olaf Bruchmann - HandballWoche, 7. Juni 2005, Nr. 23/24


Wir wollen die Quali schaffen / HandballWoche / 07.06.2005

Grit Jurack im HW-Interview

Grit Jurack HW: Glückwunsch, Sie sind in Dänemark ins Allstar-Team gewählt worden...

Jurack: "Ja, stimmt. Vielen Dank."

HW: Gibt diese Auszeichnung einen Schub für die WM-Qualifikation?

Jurack: "Nein, erstens wusste ich diese Nominierung schon Wochen vorher und zweitens ist das den Polinnen wohl egal, ob ich ein Allstar bin oder nicht."

HW: Mit welchen Erwartungen fahren Sie denn nach Polen?

Jurack: "Wir wollen die Quali für die WM in Russland schaffen, eine gute Ausgangslage erreichen, wissen aber, dass es immer schwer ist, im Ausland zu spielen."

HW: Was wissen Sie von der polnischen Mannschaft?

Jurack: "Nichts. Wir haben versucht einige Videos zu sichten, aber es ist ja nicht mal klar, mit welcher Mannschaft die spielen. Wer schwanger ist, wer verletzt ist. Die Spielerinnen sind über ganz Europa verteilt, deshalb sind die Infos eher spärlich."

HW: In Kielce erwartet Sie eine volle Halle und eine heiße Atmosphäre...

Jurack: "Ich persönlich finde es immer besser, in einer vollen Halle zu spielen. Das spornt an."

HW: Haben Sie ein Wunschergebnis für das Hinspiel?

Jurack: "Wünschen kann man sich viel. Ein Auswärtssieg wäre toll, aber ist auch verdammt schwierig. Aber mit den guten Leistungen aus der Vorbereitung zuletzt, haben die Polinnen vielleicht Angst gekriegt. Wir werden sehen..."

Quelle: OLE - HandballWoche, 7. Juni 2005, Nr. 23/24


Neue Halle, neue Ansprüche / HandballWoche / 07.06.2005

VfL Oldenburg: Frischer Wind mit Neu-Trainer Leszek Krowicki

Neuer Trainer, neue Arena und mit gleich zwei Teams in der Bundesliga vertreten: Ein frischer Wind weht durch Oldenburg und soll die Handballfrauen des VfL mit Saisonbeginn endlich in höhere Liga-Regionen pusten. Für den nötigen Rückenwind haben Vorstand und Sponsoren längst gesorgt. In wenigen Tagen wird die neue EWE-Arena eröffnet, in der die Oldenburgerinnen zukünftig ihre Heimspiele austragen sollen. Der schmucke Rundbau direkt hinter dem Oldenburger Bahnhof löst mit dann rund 2500 Plätzen die altehrwürdige Brandsweg-Halle ab.

Das erste Zeichen in Richtung Bundesligaspitze setzte der Verein bereits vor ein paar Wochen. In Leszek Krowicki verpflichtete der norddeutsche Traditionsclub erstmals in seiner 21-jährigen Bundesliga-Geschichte einen Vollzeit-Trainer. VfL-Präsident Günther Bredehorn machte bei der Verpflichtung des 47-jährigen Polen auch keinen Hehl aus den gewachsenen Ansprüchen. "Wir wollen mittelfristig in die obere Tabellenhälfte", so der VfL-Chef, der schon so manche Zittersaison erleben musste.

Die Verantwortlichen sind zwar bemüht, Krowicki nicht allzu arg unter Druck zu setzen, doch der frühere Coach des Buxtehuder SV weiß, worauf er sich eingelassen hat. "Natürlich erwarten die Leute von uns mehr als in der vergangenen Saison. Es gibt mehr, als nur gegen den Abstieg zu spielen. Aber ich will auch nicht zu viel versprechen", sagt der frühere Meister-Trainer vom TuS Walle Bremen (3x Meister, Europapokalsieger und Pokalsieger) und betont "Wenn wir die Mannschaft nach meinen Vorstellungen verstärken, sind wir gut aufgestellt und schauen dann, wie die Konkurrenz reagiert."

Langfristig will Krowicki, der in diesen Tagen mit seiner Familie von Buxtehude nach Oldenburg umzieht, mit dem VfL in den Europacup: "Internationale Spiele in der neuen Arena wären das Beste, was Oldenburg passieren kann." Doch noch ist Vorsicht geboten: Denn mit welcher Rückraumreihe seine neuformierte Mannschaft am 4. September in die Saison startet wird, weiß Krowicki im Augenblick selbst noch nicht "Wir sind derzeit sehr fleißig. Ich überprüfe alle möglichen Ligen und alle Tipps - in ganz Europa", berichtet Krowicki von intensivsten Bemühungen, Ersatz für die drei ausgeschiedenen Rückraumspielerinnen Heike Schmidt, Grigoria Gkolia und Jana Oborilova zu finden. Der Pole wünscht sich "Minimum noch zwei Spielerinnen", wäre allerdings schon froh, "wenn wir eine fest hätten, die uns weiterhilft."

Gerade im rechten Rückraum (Linkshänderin) sieht Krowicki dringenden Handlungsbedarf, nachdem der Verein den finanziellen Vorstellungen von Cristina Mihai (Kirchhof) nicht folgen wollte. Überhaupt scheint der Markt in Deutschland leer gefegt zu sein, so dass sich Krowicki derzeit außer in seinem Heimatland auch in Kroatien oder Spanien umschaut. In Juniorinnen-Nationalspielerin Kim Birke (List), Torwart-Talent Julia Renner (Ellerbek) und Rechtsaußen Magdalena Urdea (Kirchhof) hat der VfL bislang drei neue Spielerinnen verpflichtet, wobei die beiden Erstgenannten wohl in erster Linie in der "Zweiten" zum Einsatz kommen dürften. Immerhin: Auch dieses Team hat Ambitionen und will als Zweitliga-Aufsteiger "unbedingt drin bleiben". Wie gesagt, durch Oldenburg weht so manche frische Brise und die Konkurrenz wird die Entwicklung zur weiteren Professionalisierung des Frauenhandballs in Oldenburg mit Argusaugen verfolgen.

Quelle: O.-U. Bals / HandballWoche, 7. Juni 2005, Nr. 23/24


   Dorota Malczewska, Ewa Damiecka (Nr. 7), Inna Silantieva (Nr. 13)
  Dorota Malczewska, Ewa Damiecka (Nr. 7), Inna Silantieva (Nr. 13) vom SPR Lublin
SPR Lublin wird polnischer Meister / H.J. / 08.05.2005

Polnischer Meister wurde heute die Mannschaft von SPR Lublin (früher Montex Lublin). Mit 3 Siegen in 3 Spielen setzte sich die Mannschaft aus dem Südosten Polens gegen den Meister der letzten Saison, Nata AZS AWFiS Gdansk, durch. Der Meister wird im Finale in 3 bis 5 Spielen ausgespielt. Wer zuerst drei Spiele für sich entscheiden kann, gewinnt den Titel.
In den Play-Off’s (bis zum Halbfinale) kam die Mannschaft weiter, die zuerst zwei von drei Spielen gewonnen hatte.
Nata Gdansk konnte sich im Halbfinale der Play-Off’s gegen Zaglebie Lubin und SPR Lublin gegen Jelfa Jelina Gora (Hirschberg) durchsetzen.
Im Verlauf der Saison dominierte zwar EB Start Elblag die Liga, zum Schluss ging jedoch der Mannschaft aus Elblag (Elbing) die Puste aus und das Team von Trainer Zdzislaw Czoska wurde in den Play-Off’s durchgereicht.
Im Finale standen sich der Vizemeister aus Lublin und der amtierende Meister aus Danzig gegenüber. Nach 9 Meisterschaften von 1995 bis 2003, der Vizemeisterschaft 2004, holte sich das Team von Edward Jankowski jetzt den 10 Meistertitel.
Überragende Spielerin des neuen polnischen Meisters war in der Saison Sabina Wlodek, die Linkssaußen erzielte durchschnittlich mehr als 8 Treffer pro Spiel.
Im Länderspiel gegen Deutschland wird die beste Linksaußen Polens allerdings mit größter Wahrscheinlichkeit nicht dabei sein. Ihre Position wird mit der 10 Jahre jüngeren Karolina Kudlacz von Nata Gdansk besetzt sein.
Im letzten Spiel des Finales war Kudlacz mit 10 Treffern erfolgreich. Auf Seiten von SPR Lublin waren Inna Silantiewa, ebenfalls 10 Tore, sowie Sabina Wlodek mit 8 Toren erfolgreichste Torschützinnen.
Die Entscheidung um die polnische Meisterschaft fiel am Ende doch relativ klar für die Mannschaft aus Lublin. Sowohl sein erstes Heimspiel als auch beide folgenden Auswärtsspiele in Danzig gewann SPR. Die Entscheidung im dritten Spiel fiel allerdings in allerletzte Sekunde mit dem 31 : 30 durch Inna Silantiewa.

SPR Lublin - Nata Gdansk 33 : 32 (18 : 18)
Nata Gdansk – SPR Lublin 32 : 34 (15 : 16)
Nata Gdansk – SPR Lublin 30 : 31 (15 : 14)


"Die Planung war ein Missgriff" / HandballWoche / 26.04.2005

Zum Gastkommentar von Christian Menn in der HW-Ausgabe Nr. 15 vom 12 April unter der Überschrift: "Spielplan eine Zumutung" erhielt die HW-Redaktion eine Reaktion von Berndt Dugall, seines Zeichens Vorsitzender der Handball-Bundesliga-Vereinigung Frauen (HVBF).

Der Gastkommentar Christian Menns in der HW fast so gut wie alle nur möglichen Argumente in bester Stammtischmanier zusammen, die geeignet sind, den Ablauf der diesjährigen Runde in der Frauen Bundesliga kritisch "zu würdigen". Dabei werden der aktuelle Modus, internationale Vorgaben, aber auch gar nicht zutreffende Sachverhalte zu einem Cocktail gerührt, der dazu dient, dem unbefangenen Leser den Eindruck eines völligen Chaos zu vermitteln. Es ist unbestreitbar das gute Recht jedes Interessierten, sich mit aktuellen Entwicklungen kritisch auseinander zu setzen, aber journalistische Sorgfalt erfordert auch, Dinge die nichts miteinander zu tun haben, auseinander zu halten. Dass die diesjährige Planung mit einer Vor- und Hauptrunde vielleicht ein Missgriff war, der sich so nicht wiederholen wird, mag unbestritten sein. Alles, was nun aber an weiteren Argumenten eingeführt wird, hat mit dem Ablauf dieser Runde rein gar nichts zu tun.

Beginnen wir mit den internationalen Terminen der Nationalmannschaften: Europa- und Weltmeisterschaften fallen nun einmal immer in die erste Dezemberhälfte; und da auch Herr Menn dem Bundestrainer 14 Tage Vorbereitung zugestehen will (real waren es vor der EM drei Wochen) kann eben nur bis Mitte November gespielt werden. Natürlich könnte danach der Meisterschaftsspielbetrieb wieder aufgenommen werden. Wie wäre es also mit dem 24./25. Dezember oder dem 01. Januar? Die Begeisterungsstürme der Vereine sind uns sicher. Denn danach, nämlich spätestens am ersten Wochenende nach Neujahr, wird sowieso wieder gespielt. Auch bei den Männern fanden übrigens zwischen dem 03.01. und dem 12. 02., also sechs Wochen keine Spiele statt, dies aber nur am Rande. Die Teilnahme der Vereinsmannschaften an internationalen Wettbewerben ist sowohl bei den beteiligten Mannschaften als auch bei den Medien ein wichtiger Faktor. Nun kann der DHB im Frauenbereich fünf Mannschaften melden (unter bestimmten Umständen sogar sechs). Die EHF gibt grundsätzlich Wochenenden als Spieltermine vor. Also bedeutet die Teilnahme an europäischen Wettbewerben je erfolgreicher sie verlaufen, desto mehr Spielverlegungen.

Dieses ließe sich unter zwei Bedingungen umgehen: Nationale Spiele werden von vorneherein an Wochentagen angesetzt, was aber auch Herr Menn wohl nicht möchte, denn die kollidieren ja dann z.B. mit Champions League Spielen von Bayern München. Wann wiederum solche Ereignisse stattfinden, lässt sich - davon ist selbstverständlich auszugehen - mit 18 Monaten Vorlauf locker voraussagen. Die internationalen Begegnungen finden in der Wochenmitte statt und wir kommen zu einem regelmäßig aufgebauten und ordentlichen Wochenendspielplan. Nur, in einer zwischen Amateur- und halbprofessionellen Strukturen sich bewegenden Sportart ist so etwas im Gegensatz etwa zum Fußball eine Illusion.
Als Beleg für das allgemeine Durcheinander werden dann zum Schluss des Artikels noch die Heimspieltermine von Borussia Dortmund aufgeführt. Aber Herr Menn, ihr Verein spielte vor zwei Jahren selbst in einem internationalen Wettbewerb und gewann ihn sogar. In dieser Saison 2002/03, als wohl aus ihrer Sicht noch "normal" gespielt wurde, hatte ihr Verein im Zeitraum Januar bis Anfang April fünf Heimspiele, also eines mehr als dieses Jahr. Von diesen fünf Spielen wurden vier(!) auf Antrag des Vereins auf einen Wochentag verlegt. Dass der damalige Spielplan eine ebensolche Zumutung war, konnte ich aus ihrer Feder nirgendwo entnehmen.
Berndt Dugall

Leserbriefe spiegeln nicht unbedingt die Meinung der HW-Redaktion wider, die sich auch Kürzungen vorbehält.

Quelle: HandballWoche Nr. 17 / 26.04.2005 - Leserbrief von Berndt Dugall, Vorsitzender der Handball-Bundesliga-Vereinigung Frauen (HVBF)


Spielplan eine Zumutung / HandballWoche / 12.04.2005

Die Frauen-Bundesliga droht in selbstverschuldeter Bedeutungslosigkeit zu versinken

Sie reden immer vollmundig davon, den Frauenhandball populärer machen zu wollen. Träumen von gemeinsamer Vermarktung, faseln von Fernsehzeiten. Doch im Moment sind sie auf dem besten Weg, seinen Stellenwert systematisch und dauerhaft abzubauen.

Mal ganz abgesehen von dem unsäglichen Spielsystem mit einer einfachen Runde, einer überflüssigen Hauptrunde und dicht gedrängten Play Offs Ende April bis Mitte Mai, also zur besten Gartengrillzeit, ist die gesamte Spielplanung eine Zumutung, der (in der nächsten Saison Gott sei Dank veränderte) Modus ohnehin Schwachsinn. Für Trainer, Spielerinnen und Zuschauer, die allesamt keinen Rhythmus finden.

Warum muss die Bundesliga wegen einer jährlich im Wechsel stattfindenden zweiwöchigen EM oder WM zwei komplette Monate pausieren, während der Männerhandball - trotz EM oder WM Ende Januar/Anfang Februar - in der Winterzeit boomt? Wenn es schon mangels Einfluss nicht gelingen kann (Aserbeidschans Stimme zählt wie die des DHB), den internationalen Kalender zu verändern und die Titelkämpfe zumindest auf November vorzuziehen, um danach zügig wieder die nationale Meisterschaft aufzunehmen, dann - sorry, Armin Emrich - müssen einfach zwei Wochen Vorbereitung genügen. Natürlich braucht die Bundesliga eine möglichst erfolgreiche Nationalmannschaft, aber was nützt es der Nationalmannschaft, wenn die Bundesliga am Stock geht? Fragen über Fragen.

Wie kann es angehen, dass die Klubs in den attraktivsten Hallensportmonaten Dezember, Januar, Februar und März sage und schreibe drei Heimspiele haben? Und dazu noch drei völlig überflüssige? In der Hauptrunde A wird lediglich festgelegt, wer in den Play Offs gegen wen antritt. Wen will man damit hinterm Ofen hervorlocken? Wie konnten sich die Vereine derart über den Tisch ziehen lassen, wo bleibt ihr Aufschrei, dass es so nicht weiter gehen kann, wie konnten sie einem solchen Terminplan, zerhackt von Lehrgängen und Länderspielen, zustimmen und damit der Sache Frauenhandball massiv schaden? Wo ist der Widerstand der HBVF (Handball-Bundesliga-Vereinigung der Frauen), die eigentlich die Interessen der Klubs vertreten sollte, aber solche Spielpläne ausheckt?

Die letzte Nachricht aus Schilda: Neunter und zehnter Spieltag der Hauptrunde sind überwiegend vom 10. bzw. 17. auf den 6. und 20. April verlegt worden - fanden/finden also jeweils am Mittwoch Abend statt. Am 6. April wurde das Champions-League-Spiel der Bayern beim FC Chelsea live übertragen, am 19./20. April die DFB-Pokalhalbfinals (live, ARD und ZDF). Da werden die Einschaltquoten aber in den Keller sinken ...

Die Frage wiederholt sich: wer denkt sich nur solche Spielpläne (inkl. der wegen der Europacupteilnahme von Nürnberg, Leipzig, Buxtehude und Leverkusen nötigen Verlegungen) aus? War wirklich vor Saisonbeginn nicht damit zu rechnen, dass ein, zwei oder drei Klubs (zumindest im Challenge-Cup) zum jetzigen Zeitpunkt noch im Europapokalwettbewerb vertreten sein würden? Dass es schwer ist einen attraktiven Spielplan zu erstellen, wird niemand abstreiten. Aber "leicht" können alle, wie der Volksmund sagt...

PS: Borussia Dortmund bestritt am 2. April gegen Trier sein viertes Heimspiel seit dem 13. November, also drei (2Z.1./5.2./9.3) innerhalb von viereinhalb Monaten der Hochsaison. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen ...

Quelle: HandballWoche Nr. 15 / 12.04.2005 - GASTKOMMENTAR VON CHRISTIAN MENN


Armin Emrich im Gespräch mit HW-Mitarbeiter Björn Pazen
/ HandballWoche Nr. 10 / 08.03.2005

Mit einem Lächeln im Gesicht konnte Armin Emrich seine erste Bilanz als Frauen-Bundestrainer ziehen. Viel Lob gab es von allen Seiten für sein Team beim Teigwaren-Riesa-Tumier. HW-Mitarbeiter Björn Pazen sprach mit Emrich nach dem Turnier.

HW: Herr Emrich, wie fällt Ihr Fazit aus?

Emrich: "Es war ein Klasse-Auftreten unserer Mannschaft, die innerhalb einer Woche einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat. Ich bin hochzufrieden mit dem Ergebnis, vor allem natürlich mit der Leistung gegen Norwegen."

HW: Wo liegen die Stärken und die Schwächen ihres neu formierten Teams?

Emrich: "Auch nach dem Spiel gegen Norwegen wachsen die Bäumen nicht in den Himmel. Wir müssen noch konstantere Leistungen abliefern. Zufrieden bin ich mit der Umsetzung verschiedener Abwehrkonzepte, unzufrieden mit den konditionellen Werten einiger Spielerinnen. Äußerst angetan bin ich von der Stimmung in der Mannschaft und, wie sie sich als Kollektiv präsentiert hat. Schwach war hingegen unser Angriffsverhalten gegen eine offensive Abwehr. Es gibt noch einiges zu tun, aber ich bin guten Mutes."

HW: Wie beurteilen Sie die Leistungen der Neulinge?

Emrich: "Für mich waren alle Spielerinnen Neulinge. Wenn Sie die jungen Spielerinnen meinen,. bin ich positiv von deren Entwicklung überrascht. Vor allem die Rechtsaußen Stange, Neukamp und Reiche boten starke Partien."

HW: Wie sieht der Zeitplan bis zu den WM-Quali-Spielen gegen Polen am 11. und 18. Juni aus?

Emrich: "In der Woche nach Pfingsten gibt es einen Lehrgang mit zwei Länderspielen, höchstwahrscheinlich gegen Österreich. Dann werden wir uns in der Woche vor dem Hinspiel in Polen für fünf Tage treffen, zwischen den beiden Partien erhalten die Spielerinnen zwei Tage frei. Die Zeit ist knapp, aber wir müssen sie effizient nutzen, dann können wir es schaffen."

HW: Wie beurteilen Sie die bisherige Zusammenarbeit mit den Bundesliga-Vereinen?

Emrich: "Es gibt eine hervorragende Kooperation, die ich auch weiter im persönlichen Kontakt vertiefen will. Drei Punkte werde ich an die Vereinstrainer weitergeben: Eine Belastungsanalyse der Spielerinnen, Hinweise auf das individuelle Verhalten und die Kleingruppentaktik. Und dann, hoffe ich, dass es so konstruktiv weitergeht."

Quelle: HandballWoche Nr. 10 / 08.03.2005


Polinnen verlieren drei Spiele gegen Rumänien / H.J. / 08.02.2005

Karolina Kudlacz 
Karolina Kudlacz
 
Nach zwei deftigen Niederlagen im Ländervergleich Polen - Rumänien, konnten die Polinnen das dritte Spiel gegen den Gastgeber zumindest phasenweise offen gestalten. Nachdem 15 : 15 Halbzeitstand war es am Ende allerdings wieder ein 5-Tore Unterschied, nämlich 28 : 33, mit dem sich das polnische Team geschlagen geben musste.
Beste Torschützin der Polinnen war Karolina Kudlacz mit insgesamt 19 Treffern in 3 Spielen.

Schwere Zeiten für den Trainer der polnischen Nationalmannschaft Zygfryd Kuchta. Angesichts der Niederlagen scheint die Chance, sich für die WM zu qualifizieren beinahe aussichtslos zu sein. Welche Konsequenzen ein erneutes Scheitern hätte, darüber kann man jetzt nur spekulieren. Sowohl bei der letzten Weltmeisterschaft als auch bei der Europameisterschaft in Ungarn fehlte das polnische Team. In der Qualifikation zur EM in Ungarn scheiterte die Mannschaft an Spanien.
Dem 18. Juni in der EWE-Arena in Oldenburg, an dem das Rückspiel der WM-Qualifikation Deutschland - Polen stattfindet, kann man aus deutscher Sicht durchaus optimistisch entgegen sehen.

4.03.2005: Rumänien - Polen 35 : 26 (17 : 15)
Tore für Polen: Kudlacz 8, Kowalska 5, Wypych 3, Niedzwiedz-Cecotka 3, Dworaczyk 2, Jacek 2, Blaszkowska 1, Mlot 1, Olszewska 1.

5.03.2005: Rumänien - Polen 35 : 22 (18:14)
Tore für Polen: Ewa Damiecka 2, Hanna Strzalkowska 2, Karolina Kudlacz 7, Magdalena Mlot 1, Agata Wypych 1, Kinga Polenz 2, Elzbieta Olszewska 1, Iwona Niedzwiedz 2, Aleksandra Jacek 2, Dagmara Kowalska 2.

6.03.2005: Rumänien - Polen 33 : 28 (15:15)
Tore Polen: H. Strzalkowska 1, K. Kudlacz 4, M. Mlot 2, A. Wypych 6, K. Polenz 3, E. Olszewska 3, A. Jacek 1, D. Kowalska 1, I. Blaszkowska 5, A. Jochymek 2.


Polinnen bereiten sich auf Qualifikation vor / H.J. / 20.02.2005

Zygfryd Kuchta
Zygfryd Kuchta, Trainer der polnischen Nationalmannschaft
Vom 28.02. - 06.03. bereitet sich die polnische Nationalmannschaft auf die Qualifikation zur Weltmeisterschaft und damit auf die Spiele gegen die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes vor. Drei Spielerinnen stellt der Tabellenführer Start Elblag. Als einzige Legionärinnen wurden Monika Marzec (Serbien & Montenegro) und Dagmara Kowalska (Bera Bera San Sebastian), die gerade mit ihrem Club gegen den HC Leipzig im EHF-Pokal die Segel streichen musste, berücksichtigt. Mit 9 Toren gegen den HCL hat sich Dagmara Kowalska für die Nationalmanschaft empfohlen, für ein Weiterkommen ihres Vereins hat es nach der 26 - 33 -Niederlage (Hinspiel 37 : 34) jedoch nicht ausgereicht.
Vom 04.03. - 06.03. nimmt das polnische Team an einem Turnier in Rumänien teil.

Folgende Spielerinnen werden für den Lehrgang berücksichtigt:
SPR Lublin: Magdalena Chemicz, Ewa Damiecka
Nata AZS AWFiS Gdansk: Hanna Strzalkowska, Karolina Kudlacz
Vitaral Jelfa Jelenia Góra: Magdalena Mlot, Agata Wypych
Sosnica Gliwice: Iwona Lacz, Agnieszka Jochymek
EB Start Elblag: Kinga Polenz, Elzbieta Olszewska, Iwona Blaszkowska
Zaglebie Lubin: Sabina Kubisztal, Marzena Kot
AZS Politechnika Koszalinska: Joanna Dworaczyk
Buducnost-Monet Podgorica (Serbien & Montenegro): Monika Marzec
Bera Bera San Sebastian (Spanien): Dagmara Kowalska

Reserve:
Piotrcovia Piotrków Trybunalski: Iwona Niedzwiedz - Cecotka
Vitaral Jelfa Jelenia Góra: Iwona Szafulska, Anita Augustyniak
Nata AZS AWFiS Gdansk: Agnieszka Wolska
Zaglebie Lubin: Aleksandra Jacek
Sosnica Gliwice: Gabriela Kornacka
SPR Lublin: Malgorzata Majerek, Dorota Malczewska


Armin Emrich wird neuer Bundestrainer / HandballWoche Nr. 07 / 15.02.2005

Hoffmann-Nachfolge geklärt: Emrich gibt Debüt am 4. März in Riesa und sucht Zusammenarbeit mit der Liga

"Frauen sind anders. Männer auch", lautet der Titel eines Buches, den der neue Bundestrainer der Frauen gerne zitiert. Und deswegen geht Armin Emrich (53) seine neue Aufgabe beim DHB auch locker an. Am Samstag gab der Verband den Nachfolger von Ekke Hoffmann bekannt. Emrich, der bisher ausschließlich im Männerbereich gearbeitet hatte und unter anderem Anfang der 90er Jahre Bundestrainer war, unterschrieb einen Vertrag bis 2008. Seinen Job als Fachleiter Sport beim Schulamt in Freiburg wird der Schwarzwälder, der auch schon Schweizer Männer-Nationaltrainer und sehr engagiert beim TuS Schutterwald war, weiterführen. "Ich koordiniere beide Dinge so, dass es passt", sagte Emrich der HandballWoche auf Anfrage: "Dieses Amt ist sehr reizvoll und eine große Herausforderung", freut sich Emrich auf seinen neuen Job.

Erst Anfang Januar war er vom DHB angerufen worden, ob er die Hoffmann-Nachfolge übernehmen möchte. "Ich war bereits zwei Mal angesprochen worden, ob ich Frauen-Bundestrainer werden wolle, seinerzeit hat es aber beruflich und familiär nicht gepasst." Nun hat er beim DHB-Präsidium das Rennen gegen Maik Nowak (früher Trainer in Leipzig), Leverkusens Coach Renate Wolf und Dortmunds Trainer Thomas Happe gewonnen. "Wir freuen uns einen außerordentlichen Experten für unsere Frauen gewonnen zu haben", sagte DHß-Präsident Ulrich Strombach. Emrich, der nach eigener Aussage die Frauen-Nationalmannschaft "sehr intensiv verfolgt hat", strebt nun eine enge Zusammenarbeit mit den Bundesligisten an. Bereits beim ersten Turnier unter seiner Ägide Anfang März in Riesa wird es ein Treffen mit dem Ligaverband geben. Zudem hat sich Emrich nach Rücksprache mit der HBVF die Dienste eines Bundesliga-erfahrenen Co-Trainers gesichert: An seiner Seite wird künftig Wolfgang Reckenthäler, der Coach der Trierer "Miezen", arbeiten. "Ich will und muss eng mit den Klubs kooperieren", sagt Emrich, der ansonsten nicht groß am Personalkarussell drehen wird "Im Unterbau bleiben die Leute im Amt, die jetzt das Sagenhaben."

Auch was die Spielerinnen betrifft, wird er das von Hoffmann bestellte Feld übernehmen: "Das Korsett steht. Diejenigen Spielerinnen, die bei der EM den fünften Platz erreicht haben und weitermachen, werden natürlich diejenigen sein, die jetzt eingeladen werden." Gegen Norwegen, Kroatien und Spanien wird dann zunächst in Riesa (4.-6. März) getestet, vorher steht das erste Beschnuppern bei einem Lehrgang ab 27. Februar an. Und damit ist bereits die heiße Phase der Vorbereitung auf die WM-Qualifikation im Juni gegen Polen eingeläutet "Die Zeit ist sehr knapp, aber Jammern hilft nichts", sagt der neue Bundestrainer, der derzeit noch nicht allzu perspektivisch bis Olympia 2008 denkt "Jeder Zwischenschritt ist entscheidend. Schon die Quali ist ein richtiger Brocken. Dann kommen WM und EM. Dann erst geht es um die Fernziele."

Und bis zur Qualifikation wird er sich so viele Bundesligaspiele wie möglich ansehen: "Ich benötige noch tiefere Einblicke ins Alltagsgeschehen." Das hatte Hoffmann gehabt, deswegen zollt sein Nachfolger ihm auch ein großes Lob: "Ekke hat viel Kontinuität und Herzblut in seine Arbeit gesteckt, da gilt es weiterzuarbeiten."

ZUR PERSON
Geb-Datum: 16. Juni 1951 in Bad Kreuznach
Beruf: Fachleiter für Sport beim Oberschulamt Freiburg
Karriere als Spieler: aktiv bei Frisch Auf Göppingen, TSG Oßweil, TuS Hofweier; 27 A-Länderspiele, WM-Teilnahme 1974 (Platz 6).
Karriere als Trainer: 1982-1991 Trainer des TuS Schutterwald (Aufstieg 1. Liga); Bundestrainer Männer 1992/93, Schweizer Nationaltrainer 1995/96.

Quelle: HandballWoche Nr. 07 / 15.02.2005 - Björn Pazen


Die Liga ist gespalten / HandballWoche Nr. 04 / 25.01.2005

Hoffmann-Nachfolge: Suche nach Bundestrainer immer noch ohne Ergebnis - Maik Nowak und Renate Wolf die heißesten Kandidaten

Renate Wolf
Renate Wolf äußerte sich gegenüber "www.handball-world" : "Ich stehe als Nationaltrainerin unter diesen Voraussetzungen nicht zur Verfügung" (Christian Ciemalla - 24.01.2005 handball-world)
 
Die Köpfe rauchten, als das who is who des deutschen Frauen-Handballs am vergangenen Mittwoch tagte. Dennoch ist eine Entscheidung um die Nachfolge von Ekke Hoffmann noch (lange) nicht gefallen. Vor dem Männer-Länderspiel in Rotenburg saßen der Deutsche Handballbund, vertreten durch Vizepräsident Horst Bredemeier und Sportdirektor Peter Sichelschmidt, die Vertreter aller zwölf Erstligisten sowie weitere Mitglieder der Sportkommission zusammen, um sich über den neuen Frauen-Bundestrainer zu beraten. Doch nach der Sitzung ist genauso wenig konkret wie zuvor. Das Problem: Die Liga ist gespalten, was ihren Favoriten betrifft, nach HW-Informationen existiert ein Graben zwischen Ost und West. Der wohl heißeste Kandidat, Leipzigs Ex-Trainer Maik Nowak, der auch vom Ex-Bundestrainer Dago Leukefeld (Mitglied der DHB-Sportkommission) favorisiert wird, wird von zahlreichen Klubs abgelehnt. Selbst eine Ost-West-Variante mit Nowak als Chef- und dem früheren Mainzlarer Coach Dirk Leun als Co-Trainer stößt auf Ablehnung. Vor allem der HC Leipzig macht sich für seinen ehemaligen Trainer Maik Nowak stark. Die Gründe sind vor allem egoistisch und wirtschaftlich motiviert: Schließlich steht Nowak noch bis 2006 auf der Gehaltsliste der Sachsen.

In der Gunst der gesamten Bundesliga scheint Leverkusens Trainerin Renate Wolf eher vorne zu liegen. Wie die HW erfuhr, wäre auch sie bereit, ihre Tätigkeit bei ihrem Klub in Leverkusen zugunsten des Nationalteams zu beenden.

Doch egal, wer es wird: Der DHB legt, nach Worten des Sportdirektors Peter Sichelschmidt, vor allem auf zwei Dinge großen Wert: "Die Liga muss eingebunden werden und es muss Kontinuität geben." Schließlich hätten in elf Jahren gleich sechs Trainer (je zweimal Lothar Doering und Ekke Hoffmann sowie Dago Leukefeld und Leszek Krowicki) ihr Glück versucht. Unter Kontinuität versteht der DHB laut Sichelschmidt derzeit sogar ein Konzept bis zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking.

Indes scheint selbst der ehemalige DHB-Coach Leszek Krowicki, der das Team bereits im Frühjahr 2001 für wenige Wochen betreute, wieder im Rennen zu um den Cheftrainerposten sein. Der Pole, im März 2004 in Buxtehude entlassen, galt bislang wenn überhaupt als Außenseiter. Gleiches gilt auch für Dortmunds Trainer Thomas Happe. Ganz neu auf dem Kandidatenkarussell ist hingegen Armin Emrich. Der Ex-Männer-Nationalcoach kennt sich beim DHB aus, besitzt allerdings keine Erfahrungen im Frauenbereich dies hatte Doering (1992-94 und 1999 Frauen-Bundestrainer) allerdings auch nicht, bevor er Deutschland zum bislang letzten WM-Titel 1993 führte. "Wir sind weiter nach allen Seiten offen: Wir haben noch nicht einmal entschieden, ob es einen hauptamtlichen oder einen nebenamtlichen Bundestrainer haben werden", sagte Sichel-Schmidt.

Steht der Name erst einmal fest, wird zudem entschieden, wie der Unterbau organisiert und von wem er trainiert wird. Nachdem sich die Liga nicht auf einen Namen einigen konnte, hat nun die Sportkommission (mit Vertretern von DHB und Vereinen) das Sagen. Bis Mitte Februar soll sie einen Nachfolger von Ekke Hoffmann, der an Silvester seinen Vertrag nicht verlängert hatte, finden. Die endgültige Entscheidung liegt dann bei Bredemeier und nicht etwa bei DHB-Präsident Ulrich Strombach. Sichelschmidt: "Bis dahin muss alles klar sein, schließlich soll es eine optimale Vorbereitung auf das Vierländerturnier im März in Riesa geben." (Björn Pazen)

Quelle: HandballWoche Nr. 04 / 25.01.2005


"Schröder" macht Schluss / HandballWoche Nr. 04 / 25.01.2005

Nach DHB-Karriere beendet Heike Schmidt auch ihr Engagement in Oldenburg

Heike Schmidt
Heike Schmidt "Schröder"
Auch das noch: Da müssen sich die Handballerinnen des VfL Oldenburg in der Bundesliga durch die "Verliererrunde" (Hauptrunde B) quälen, und ihre Spielführerin geht von Bord. "Nein, nein, so dramatisch ist es nicht. Der Präsident, Trainer und meine Mitspielerinnen sind längst informiert. Es bleibt dabei, was ich zu Beginn der Serie immer gesagt habe: Am Saisonende ist endgültig Schluss mit dem Handball spielen", bestätigt Heike Schmidt nach dem Rückzug aus der Nationalmannschaft nach der EM im Dezember in Ungarn nun auch ihr endgültiges Karriereende. "Nach 13 Jahren im Nationalteam und 16 Jahren in der Bundesliga gibt es im Leben auch noch andere Dinge, auf die ich künftig die Priorität legen möchte", begründet eine der besten deutschen Handballerinnen des letzten Jahrzehnts ihren Abschied von der großen Bühne.

Dass der gebürtigen Plettenbergerin, die beim Saisonstart 2005/ 2006 im September dann 34 Jahre alt wäre, dabei viel Wehmut begleitet, spürt Heike Schmidt seit Saisonbeginn auf Schritt und Tritt. "Ob wir in Leverkusen, Frankfurt (Oder) oder Nürnberg gespielt haben, jedesmal habe ich gedacht: Hier bin ich vielleicht zum letzten Mal", erzählt die sympathische Sportlerin, die alle Welt nur "Schröder" ruft und die in Oldenburg längst Kultstatus genießt.

Dieser gute Ruf verpflichtet. Wie zuletzt als Kapitän der Nationalmannschaft so will die 165-fache Ex-Nationalspielerin nun auch im VfL-Trikot unbedingt noch einmal einen versöhnlichen Abschluss schaffen. "Ich werde mich jetzt ganz auf meine Aufgabe im Verein konzentrieren, als Spielführerin und Spielerin. Die Vorrunde ist abgehakt, jetzt wird noch einmal alles gegeben", verspricht die gelernte Architektin größten Einsatz bis zum allerletzten Schlusspfiff - am liebsten erst im Mai... Die Ausgangslage ist klar: Nach nur Platz neun in der Vorrunde startet der VfL in die B-Gruppe der sechs "schlechteren" Teams. Und nur die beiden Ersten dieser Runde (Hin- und Rückspiele) stoßen als Siebter und Achter im April wieder in die Hauptrunde A vor, wenn in den Playoffs der Deutsche Meister ausgespielt wird. "Wir können also noch alles erreichen", überlegt Heike Schmidt.

Die Rückraum- und Kreisspielerin, deren dynamische Vorstöße längst ein Markenzeichen ihrer Spielweise geworden sind, erlernte das Handballspielen bei dem sauerländischen Vereinen TuS Plettenberg und SSV Sundern. 1989 wechselte sie zum VfL Oldenburg und kam bereits als 17-Jährige gegen Alstertal zu ihrem ersten Einsatz in der Bundesliga. "Ich glaube, ich habe damals vier Tore geworfen", erinnert sich die heute 33-Jährige.

Knapp 16 Jahre später blickt Schmidt auf rund 400 Ligaspiele zurück. Mit Ausnahme der Saison 1995/96 (2. Liga) sammelte sie diese stattliche Zahl an Einsätzen ausschließlich in der Bundesliga. Hier war sie außer für "ihren" VfL auch für den TuS Walle Bremen (1993 - 95) und den Buxtehuder SV (1998 - 99) aktiv. Ihre größten Erfolge feierte "Schröder" in Bremen: zwei Deutsche Meistertitel, zwei Pokalsiege sowie den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger. Nach 165 Länderspielen und 369 Toren seit ihrem Debüt im November 1991 in Gleiwitz gegen Estland hatte die dreimalige Oldenburger Sportlerin des Jahres bereits im Dezember ihren Rücktritt aus der deutschen Handball-Nationalmannschaft erklärt. Und wenigstens da gab es mit Platz fünf einen versöhnlichen Abschluss... (bat)

Quelle: HandballWoche Nr. 04 / 25.01.2005


Schwere Gegner für deutsche Teams / HandballWoche Nr. 01 / 04.01.2005

Frankfurter HC - Cornexi Alcoa
Der Deutsche Meister Frankfurter HC muss nach dem Scheitern in der Champions League-Qualifikation gegen Dinamo AQUA Volgograd nun im EHF-Cup antreten. Gegner in der dritten Runde ist der ungarische Vertreter Cornexi Alcoa. In der aktuellen Meisterschaft rangieren die Ungarinnen, die vor der Saison sechs neue Spielerinnen verpflichteten, mit 20:8 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. In der zweiten Runde des EHF-Cup's setzte sich Cornexi gegen Universitatea Remin Deva aus Rumänien durch (36:24, 27:30). Mit Beatrix Balogh stellt das Team um Trainerin Edina Szabo eine aktuelle Nationalspielerin in der Mannschaft des EM-Dritten.
Bei den Frankfurterinnen freut man sich auf den Einsatz der nach überstandener Knieoperation wieder genesenen 30-jährigen dänischen Kreisspielerin Maja Sommerlund. Das Hinspiel findet am 8. Januar um 16 Uhr in der Frankfurter Brandenburghalle statt. Eine Woche darauf (15. Januar, 17 Uhr) müssen die Oderstädterinnen in der nur 700 Zuschauer fassenden Sporthalle im ungarischen Szekesfehervär zum Rematch antreten.

HC Leipzig - Astrakhanochka Astrachan
Fragt man die Verantwortlichen des HC Leipzig, was sie vom Gegner in der dritten Runde des EHF-Cups wissen, fällt immer wieder derselbe Name: Emilia Turey. "Ich weiß gar nichts von Astrachan, außer dass sie Emilia Turey haben", sagt Manager Kay-Sven Hähner. Die 20-Jährige gilt als eine der besten Linksaußen der Welt, warf bei der EM in Ungarn 30 Tore für Russland. Trainer Martin Albertsen konnte kein Video von der Mannschaft bekommen, kennt auch nur den Star des Teams: "Wenn sie mehrere solche Spielerinnen haben, haben wir ein Problem."
Die Hoffnungen des HCL liegen vor allem auf dem Heimspiel am Sonntag (Anwurf 15 Uhr). In eigener Halle wollen die Spielerinnen vorlegen. "Wir müssen in Leipzig gut spielen und hoch gewinnen", sagt HCL-Kapitän Else-Marthe Soerlie-Lybekk. Das Rückspiel in Astrachan (15.1., 14 Uhr) werde wegen der Reisestrapazen sicher ganz schwer, so Hähner. "Wir sind 21 Stunden unterwegs, müssen in Moskau übernachten."

Anna Kurepta - (Foto: H.J.)
Kuban Krasnodar - 1. FC Nürnberg
Der Start ins Jahr 2005 hat es für die Frauen des 1. FC Nürnberg in doppelter Hinsicht in sich: Kuban Krasnodar als Gastgeber ist am 8. Januar in der 3. Pokalsieger-Runde als Dritter in Russlands höchster Liga nicht nur ein Gegner der europäischen Spitzenklasse, sondern schon die Reise ab dem 6. Januar über Frankfurt und Moskau in den Süden des Landes ist beschwerlich.
Club-Trainer Herbert Müller muss seine Abwehr vor allem auf ein ungewohntes Linkshänder-Trio von Rechtsaußen über den linken Rückraum bis zur Mittelspielerin einstellen, hält allerdings Anna Kurepta, bei der EM in Ungarn dabei, für den Dreh- und Angelpunkt und gefährlichste Torschützin der Mannschaft. "Ein gutes Ergebnis", und das wäre auch eine knappe Niederlage, ist Müllers Ziel im Auswärtsspiel, in dem erstmals nach monatelanger Verletzungspause auch die Rumänin Georgetta Dinis-Virtic wieder im Kader steht. Im Heimspiel am 15. Januar (18 Uhr) wollen die Nümbergerinnen auf jeden Fall die Weichen stellen, um im europäischen Wettbewerb weiter dabei zu sein.

Quelle: M. Braun, Ph. Jahn, W. Peter - HandballWoche Nr. 01 / 04.01.2005


"Das war nicht erbauend" / HandballWoche Nr. 49 / 30.11.2004

Heike Schmidt über das deutsche Abschneiden beim Karpaten-Pokal

HW: Fünf Niederlagen in sechs Spielen - wie verkraften Sie das?

Schmidt: "Schlecht. Eigentlich wollten wir uns für die EM weiteres Selbstvertrauen holen. Da war der Karpatenpokal mit Platz vier nicht unheimlich erbauend. Dass wir das Spiel gegen die Niederlande verloren haben, war eine Katastrophe. Gegen Serbien sind wir gut aufgetreten. Das hat uns allen nach vorn geholfen, aber gegen Rumänien ist das wieder gänzlich den Bach runtergegangen. Die Höhe der Niederlage war unnötig, weil wir gegen Ende kopflos gespielt und uns zu viele Fehlversuche erlaubt haben."

HW: Hat der Karpatenpokal die l Erwartungen für die EM gedämpft?

Schmidt: "Nein, das glaube ich nicht. Man weiß ja nicht, wofür es gut ist. Wenn wir Rumänien bei der EM schlagen, ist doch alles in Ordnung. Ich sehe das im Moment alles nicht so dramatisch. Wir sind auch ein bisschen kaputt und müde der ganze Reisestress, das Training und die Spiele. Bei der EM werden wir anders aufspielen."

HW: Was ist während des Karpatenpokals schiefgegangen?

Schmidt: "In der Abwehr gab es phasenweise Probleme, obwohl die eigentlich immer unser Prunkstück ist. Da lag zwischenzeitlich einiges im Argen. Und natürlich haben wir uns immer wieder Auszeiten erlaubt. Diese schlechten Phasen brechen uns meistens das Genick."

HW: Gibt es mittlerweile eine Ahnung, woher das Phänomeni Auszeit rührt?

Schmidt: "Wir können es nicht erklären. Wir dürfen jedenfalls in kritischen Phasen nicht zu überhastet spielen. Vielleicht ist das ein Ansatz."

HW: Welche Aufgaben stellen sich in den nächsten Tagen?

Schmidt: "Wir müssen in Grünberg regenerieren und auf die letzten Testspiele reagieren. Herr Hoffmann wird die Partien analysieren - und an den Fehlern müssen wir arbeiten. Im Moment hapert es mehr im Angriff als an der Abwehr."

' HW: Gegen Serbien/M könnten Sie sich in Tauberbischofsheim und Darmstadt noch Schwung für die EM holen?

Schmidt: "Zwei überzeugende Siege wären schön, um Selbstvertrauen für die EM zu tanken."

Quelle: Das Interview führte HW-Mitarbeiter Wolf Blass - HandballWoche Nr. 49 / 30.11.2004


Sensations-Wechsel in Leipzig / HandballWoche Nr. 49 / 30.11.2004

HCL verpflichtet Doppel-Olympiasiegerin Katrine Fruelund - Weiterer Umbau folgt

Für Überraschungen aller Couleur ist der HC Leipzig schon lange bekannt. Auch der jüngste Coup hat es in sich: Vergangene Woche gab der Verein die Verpflichtung von Katrine Fruelund bekannt. Eine Sensation, denn die 26-jährige Rechtshänderin gilt als eine der besten Rückraumspielerinnen der Welt. Sie ist Olympiasiegerin mit Dänemark 2000 und 2004, wurde in Athen sogar zur wertvollsten Spielerin des Turniers gewählt. Weitere Meriten der 1,75 m großen Blondine: 134 Länderspiele, Europameisterin 2002, dreimal dänische Meisterin, in diesem Jahr gewann sie das Triple mit Meisterschaft, Pokal und EHF-Cup. Aktuell muss Katrine wegen eines gebrochenen Fußes allerdings pausieren, bis zur EM will sie jedoch wieder fit sein. Ab der kommenden Saison soll Katrine Fruelund also nun in Leipzig Handball spielen. Sie erhält einen Zweijahresvertrag und kommt ablösefrei.

Handball-Deutschland fragt sich: Wie kann der HCL den Star finanzieren? "Wir lösen das", ruft der umtriebige Manager Kay-Sven Hähner ("Ein spektakulärer Wechsel in der Handballwelt, mit dem niemand gerechnet hat") allen Zweiflern entgegen. Hähner verweist auf den auslaufenden Vertrag Marcela Vlckovas, die schon lange erklärt hatte, dass sie nach Saisonende in die slowakische Heimat zurückkehren will. Für sie komme halt Katerine Fruelund, sagt Hähner, und eher nebenbei: "Wegen des Geldes wechselt sie nicht nach Deutschland Wir können ihr finanziell nicht annähernd das bieten, was sie in Dänemark verdient" Aber warum kommt sie dann?

Möglicherweise, ja wahrscheinlich sogar, haben familiäre Bande eine Rolle gespielt HCL-Trainer Martin Albertsen heißt korrekt Martin Fruelund-Albertsen und ist der Cousin von Katrine. Er war nach deren Wechsel von Randers nach Viborg (1999) auch ihr Coach. Insgesamt arbeitete Albertsen fünf Jahre als Co-Trainer in Viborg. Seit seinem Umzug nach Leipzig hat er fast täglich mit seiner Cousine telefoniert er hat den Deal auch eingefädelt Da passt es nur zu gut, dass Katrine ("Nach sechs Jahren in Viborg möchte ich einfach was Neues ausprobieren) ihren Cousin in höchsten Tönen lobt "Martin war maßgeblich an meiner Ausbildung und unseren Erfolgen in Viborg beteiligt Er ist ein super Trainer." Doch kommt der Superstar nur des Cousins wegen nach Leipzig?

Es lohnt sich einen Blick nach Dänemark Die Version der dortigen Medien zu dem für sie unfassbaren Wechsel: Katrine Fruelund hat sich beim Vertragspoker mit Viborg verzockt sie verlässt nun den Verein aus Trotz und spielt lieber für tatsächlich weniger Geld bei ihrem Cousin. Den Fruelunds, ein weit verzweigter Handball-Clan, werden enge Familienbande nachgesagt.

Möglicherweise ist die Personalie Katrine Fruelund erst der Anfang eines größeren Umbaus des HC Leipzig. Bei den Leipzigern laufen einige Verträge aus, neben dem Kontrakt Marcela Vlckovas enden die von Evelyn van der Koelen, Henrike Milde und Tone Wölner. Wahrscheinlich trennt sich der Verein noch von weiteren Spielerinnen und der bisher glücklose Martin Albertsen bekommt so Gelegenheit das Team nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Eine neue Torhüterin scheint beschlossene Sache. Mären Baumbach aus Trier bleibt ein heißes Thema und weiter erste Wahl.

In der Gerüchteküche brodelt es gewaltig und fast täglich fallen neue Namen. Manager Hähner dementiert heftig, doch das will nicht viel heißen. 48 Stunden vor dem spektakulären Coup hatte er dänischen Journalisten, die über einen Wechsel Fruelunds nach Leipzigs spekulierten, mitgeteilt: Die können wir gar nicht bezahlen. Zwei Tage später war alles klar.

Quelle: Uwe Küster - HandballWoche Nr. 49 / 30.11.2004


Der Testcharakter überwog Handball / Woche Nr. 48 / 23.11.2004

"e-boks-challenge": DHB-Auswahl trotz des letzten Platzes auf einem guten Weg

"Entscheidend ist, was hinten rauskommt" hat dereinst ein deutscher Bundeskanzler gesagt. Manchmal ist es aber bedeutsamer, Entwicklungen zu begutachten statt nackter Ergebnisse. Nimmt man aber nur diese zugrunde hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der "e-boks-Challenge" in Dänemark einen Rückschritt im Vergleich zum Vierländer-Turnier im eigenen Land im Oktober gemacht, als es Siege gegen Russland und Frankreich sowie eine knappe Niederlage gegen Norwegen gab. In Dänemark setzte es hingegen drei knappe Niederlagen gegen Weltmeister Frankreich (25:25) und Olympiasieger Dänemark (28:30) sowie mit 24:25 gegen das dänische B-Team, das kurzfristig für Serbien-Montenegro einspringen musste.

So weit die Fakten - nun zu den Entwicklungen: Was die Position im Tor betrifft, kann der DHB-Tross guten Gewissens zur Europameisterschaft nach Ungarn (9. bis 19. Dezember) reisen. War es in Ostwestfalen Sabine Englert, die überzeugte, waren es in Dänemark sowohl Clara Woltering als auch Alexandra Gräfer (Englert musste wegen einer Nagelbett-Entzündung im Fuß passen). "Ich glaube, wir haben unsere Chance genutzt", sagten Woltering und Gräfer gleich lautend. "Unsere Torhüter zeigen aufsteigende Tendenz. Wir haben für alle Abwehrvarianten eine Spezialistin zwischen den Pfosten", lobte Bundestrainer Ekke Hofmann.
 
Grit Jurack   
Grit Jurak - (Foto: H.J.)
  

Auch in der Abteilung Defensive wurde der Aufwärtstrend von Ostwestfalen bestätigt. In der defensiven Variante taten sich Anja Althaus, Marion Erfmann und Grit Jurack hervor und auch die offensive 3:2:l-Deckung wurde meist erfolgreich getestet. Dort muss allerdings bis zur EM noch an der Abstimmung gefeilt werden, vor allem, weil mit Mären Baumbach in Dänemark die "Staubsaugerin" verletzungsbedingt fehlte. Apropos Baumbach: Auch im Angriff sind mit der Trierer Tempogeberin noch einige Variationsmöglichkeiten in Sachen Gegenstoß vorhanden, die man bei den beiden letzten Test in Rumänien am kommenden Wochenende sowie in den Länderspielen gegen Serbien-Montenegro (3. und 4. Dezember) noch einspielen muss.

"Wir haben noch über zwei Wochen Zeit, an unseren Fehlern zu arbeiten", meint Torfrau Alex Gräfer. Diese Schwächen liegen vor allem in der Konstanz, der Konzentration und im Wurfver-halten. In Dänemark leistete sich Deutschland in jeder Partie einen Durchhänger, der den Gegner fortziehen ließ. Hektisch abgeschlossene Würfe kombiniert mit Lücken in der Deckung waren das Problem. Positiv ist aber der Einsatz zu bewerten: Angetrieben von Routiniers wie Jurack, Heike Schmidt oder Kathrin Blacha gab sich das DHB-Team nie auf, kämpfte bis zum Schluss. Aufsteigende Form bewiesen auch die Leipzigerinnen Nikola Pietzsch und Milica Damlovic, von der man allerdings temporär noch was mehr Abgeklärtheit im Abschluss erwartet darf. Auf Rechtsaußen entpuppte sich Daniela Harke als probate Alternative.

Nun hat Hoffmann die Qual der Wahl, welche Spielerin er aus seinem 16-er Kader vor Ungarn streichen muss, wenn Baumbach ins Team zurückkehrt. Bei der EM dürfte mehr, drin sein, als Platz zwölf bei der vergangenen WM. "Deutschland hat sich sehr gut entwickelt. Bei der EM werden viele Teams Probleme bekommen, wenn sie gegen Deutschland auflaufen. Allerdings lastet zu viel Verantwortung auf Grit", meint Juracks Viborger Vereinskameradin und Olympiasiegern! und dänische Torfrau Karin Mortensen. Und Ekke Hoffmann ergänzt mit Blick auf das Eingangszitat des Bundeskanzlers: "Es gab Turniere, da ging es vorrangig den Turniersieg. In Dänemark mussten wir noch testen und schielten deswegen nicht unbedingt auf die Ergebnisse. Das war ein klassisches Vorbereitungstumier. Nicht mehr und nicht weniger."

Quelle: B. Pazen - HandballWoche Nr. 48 / 23.11.2004


Alles andere als graue Maus / HandballWoche Nr. 48 / 23.11.2004

Borussia Dortmund hat sich eindrucksvoll in die Hauptrunde A vorgearbeitet

Pfifferlinge gab's in diesem Jahr reichlich und gut. Und trotzdem hätte keiner auch nur einen einzigen dieser schmackhaften Pilze auf den BVB gesetzt, als über die Besetzung der Hauptrunde A diskutiert wurde. Nürnberg? Natürlich. Trier? Klar. Frankfurt und Leverkusen ebenfalls, und keine Zweifel waren bei der Qualifikation für Buxtehude oder Leipzig erlaubt. Hinter den sechs Gesetzten, so vermuteten die "Experten", klafft ein erhebliches Loch.

Die Vorzeichen standen einfach zu schlecht für die Westfalen. Finanzkrise des Hauptvereins, wirtschaftliche Einschnitte bei den Handball-Damen, die gerade Rang acht belegt hatten, dazu Irina Pusic weg, Clara Woltering weg - zwei, die das Spiel der vergangenen Saison maßgeblich geprägt hatten. Also blieb nur eine Schlussfolgerung: Borussia Dortmund ist die typische graue Maus der Bundesliga. Grauer geht"s kaum.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Kampf, unbändiger Wille, Leidenschaft und ein engagierter Trainer haben die Differenz in Bezug auf Klasse und "Kohle" der Konkurrenz ins Gegenteil verkehrt. Auf Platz sechs, punktgleich mit dem Vierten, liefen die Borussinnen ein. "13 Punkte", sagt Trainer Thomas Happe, "hatte selbst ich als Berufsoptimist vorher kaum für möglich gehalten. Ich freue mich für meine Mannschaft, dass es ihr eindrucksvoll gelungen ist, das Fell der grauen Maus abzustreifen."

Sie haben geschuftet und geackert, Abwehrarbeit gebimst, die früher auch die Stärke des Trainers war, und damit auch besser besetzten Teams den Schneid abgekauft. Meister Frankfurt ließ in Dortmund Federn, Leipzig und Leverkusen auch. Keiner machte mehr als 22 Tore. Und in Buxtehude herrschte nach dem glücklichen 24:24 gegen den BVB (bis zum Happy End) sogar Katerstimmung. Sieben Punkte, die für die Borussinnen nicht unbedingt einzukalkulieren waren, obwohl Happe ihnen immer wieder Selbstvertrauen einhämmerte ("Egal, wer kommt, die hauen wir weg").

Als Glücksfall erwies sich Nadine "Naddl" Härdter. Ein Kapitän, wie ihn sich ein Trainer nur wünschen.kann, zum einen durch ihre ureigene profihafte Einstellung, zum anderen durch ihre Art, wie sie sich um ihre Mitspielerinnen kümmert und sie gegebenenfalls wachrüttelt. Auf und abseits des Platzes. "Aber", ergänzt Thomas Happe, "man darf auch Anna Brandt nicht vergessen. Sie wird meist nur an ihren Toren gemessen, doch was sie in der Abwehr leistet, ist einfach großartig. Sie spielt mit Herz und Leidenschaft."

Thomas Happe  und Ekke Hoffmann
Thomas Happe und Ekke Hoffmann - (Foto: H.J.)

In der Liga hat sich der BVB Respekt verschafft, beim Publikum Anerkennung und Zuneigung. Zwischen 1000 und 1500 Zuschauer sind mittlerweile die Regel. Und sie fiebern mit, feuern an und stehen am Ende auf den Sitzen. "Danke, danke, danke", rief Nadine Härdter nach dem hart erkämpften 29:23-Sieg gegen Mainzlar ins Mikro, "ihr seid die besten Fans der Liga."

Platz sechs bedeutet für die Borussia zunächst einmal die Teilnahme an der Hauptrunde A und die Gewissheit, nicht mehr absteigen zu können. Und für Thomas Happe die Sicherheit, in Ruhe planen und arbeiten zu können. Sein Weihnachtswunsch? "Ein bisschen mehr Konstanz." Geht er in Erfüllung, muss Platz sechs noch nicht das Ende sein.

Quelle: Christian Menn - HandballWoche Nr. 48 / 23.11.2004


Frankfurts Frauen vor großer Hürde / HandballWoche Nr. 41 / 05.10.2004

Europacup: FHC muss nach Wolgograd - FCN verkauft Heimrecht

Frankfurter HC
Nachdem die Handballerinnen des Frankfurter HC in der ersten Runde der Champions-League-Qualifikation mit dem holländischen Titelträger Zeeman Vast-goed SEW ein leichtes Los erwischt hatten (40:20, 29:22), wartet in der 2. Runde mit der russischen Vertretung von Dinamo AKVA Wolgograd ein Gegner von ganz anderem Kaliber auf den Deutschen Meister von der Oder. Das Hinspiel findet am kommenden Samstag (09.10.) in Wolgograd statt, das Rückspiel in der Frankfurter Brandenburghalle eine Woche darauf.
Viel wisse man nicht über die Russinnen, die voriges Jahr im Achtelfinale des EHF-Cups dem Buxtehuder SV in zwei Partien das Nachsehen gaben (25:20, 30:24), bekannte Thomas Horlyk, der 29-jährige dänische Coach der Frankfurterinnen. Versuche, in Russland ein Video zu bekommen, scheiterten bisher. Man hoffe aber auf Unterstützung aus Buxtehude, um an Hand der Aufzeichnung vom Vorjahr und einer aktuellen Spielerliste sich wenigstens ungefähr auf den Kontrahenten einstellen zu können.
"Wolgograd ist eine absolute Spitzenmannschaft und es wird sehr schwierig für uns", weiß H0rlyk. "Aber wenn man Handball spielt, hat man immer eine Chance. Und die wollen wir nutzen."
Matthias Braun

1. FC Nürnberg
Für den 1. FC Nürnberg geht es vor dem ersten Auftritt im Europacup der Pokalsieger vor allem darum, das finanzielle Defizit in Grenzen zu halten. Nicht vergessen ist das 50 000-Euro-Minus beim Gewinn des Challenge Cups im Vorjahr. So wurde das Ansinnen von ABU Baku angenommen, beide Spiele am 16. und 17. Oktober in der Hauptstadt Aserbeidschans auszutragen, bleibt der Club dadurch doch auf weniger als der Hälfte der Kosten von rund 15 000 Euro sitzen.

Sportlich will Trainer Herbert Müller den Sechs-Tage-Tripp - am 14.10. per Bus nach Prag, von dort per Flieger nach Baku und am 19.10. auf gleichem Weg zurück - erfolgreich beenden. Noch weiß er allerdings kaum etwas über den Gegner, steht das Video des HC Metz/Frankreich, der im Vorjahr den Gegner in Runde zwei ausgeschaltet hat, doch noch aus. So muss bisher der vage Eindruck von Ex-Club-Spielerin Tatjana Klimankova reichen, die mit Weißrussland in der EM-Qualifikation zweimal knapp gegen Aserbeidschan gewonnen hat. Russische Schule, also sehr körperbetont spiele der Gegner - für Müller gar kein Grund, am Weiterkommen zu zweifeln. W. Peter

Quelle: HandballWoche Nr. 41 / 05.10.2004



Bewertung
 Titelanwärter
 Europapokal-Platz
 
 Solides Mittelfeld
   
 Graue Maus
     
 Abstiegskandidat
       
Molten präsentiert:
Dietmar Rösicke, der Ballverteiler / HandballWoche / 31.08.2004

Dietmar Rösicke kennt die Bundesliga als Trainer des Deutschen Meisters Frankfurter HC mit all ihren Schattierungen. Nach seinem Rücktritt beim deutschen Champions-League-Vertreter hat der 44-Jährige aber genügend Abstand, die Aussichten der zwölf Vereine realistisch zu beurteilen. Dabei kommen dem Ehemann von Bianca Urbanke, Deutschlands stärkster Handballerin des vergangenen Jahrzehnts, auch die Erfahrungen bei anderen Vereinen wie Leverkusen oder El Ferrobus Mislata (Spanien) zu Gute.HW-Mitarbeiter Hans Moritz analysierte mit dem Frankfurter Stärken, Schwächen und Perspektiven der Erstligisten für die bevorstehende Saison.



1. FC Nürnberg   
Nürnberg ist ein sehr eingespieltes Team, auf jeder Position top-besetzt und mit zwei sehr guten Torhüterinnen. Sie haben nach dem Aufstieg die gleiche rasante Entwicklung genommen wie der FHC und mit dem Gewinn von DHB-Pokal und Challenge-Cup schon Erfahrung im erfolgreichen Titelkampf. Die Abgänge wurden mehr als kompensiert, das Umfeld ist professioneller geworden und mit Herbert Müller steht ein Handballverrückter im positiven Sinne an der Linie. Eigentlich ist es gut, dass sich die Verpflichtung von Nadine Krause zerschlagen hat. Sonst wäre Nürnberg für mich in dieser Saison national unschlagbar geworden.


Bayer Leverkusen   
Die Mannschaft spielt einen modernen Handball und eine sehr offensive Abwehr. Mit der Norwegerin Lene Ege haben sie eine der besten Mittelspielerinnen der gesamten Liga. Der Rückraum ist durch das Bleiben von Nadine Krause und die Verpflichtung der slowakischen Linkshänderin Denisa Glankovicova vom Feinsten. Die Torhüterposition ist mit der Rückkehr von Clara Woltering ebenfalls doppelt und mit Auszeichnung besetzt. Auch Bayer hat schon Erfahrung im erfolgreichen Kampf um einen Titel (Pokalsieg) und wird deswegen in der entscheidenden Phase nicht ins Nervenflattem verfallen. Wichtig: Mit Renate Wolf hat eine sehr erfahrene Trainerin das Sagen, die das Team ganz gezielt geformt hat.


Frankfurter HC   
Wenn man als Meister ins Rennen geht, kann man sich nicht mit weniger zufrieden geben. Dafür will ich zwei Begründungen anführen. Der Etat ist im Gegensatz zum Vorjahr noch aufgestockt worden. Zudem ist die Mannschaft im Stamm bis auf Bianca Urbanke zusammen geblieben, junge, hungrige Spielerinnen sind dazu gekommen und als gleichwertiger Torwart wurde Debbie Klijn geholt. Die fantastischen Zuschauer machen viel aus und Frankfurt hat sich in der Vergangenheit immer auf wesentliche Spiele konzentrieren können. Deswegen scheint mir der neue Modus maßgeschneidert für meine ehemalige Mannschaft, die zudem mit einem Heimspiel mehr eine sehr gute Auslosung erwischt hat. Fraglich scheint mir nur, ob alle diese Ressourcen genutzt werden können.


HC Leipzig   
Leipzig wollte im vergangenen Jahr Europa erobern und ist mit seinen großen Möglichkeiten kläglich gescheitert. Noch überraschender als im Jahr zuvor. Jetzt muss alles neu sortiert werden. Das große Manko war beim HCL immer die Abwehr, die hat die ganze Saison nicht gestanden. Viel hängt in Leipzig von Form und Gesundheit der Milica Danilovic ab. Der Kader ist sehr gut, aber eine besondere Neuverpflichtung ist nach dem Weggang von Grit Jurack nicht gelungen. Trotzdem bin ich überzeugt: Wenn der dänische Trainer die Abwehr stabilisieren kann, halten auch die Torhüterinnen besser. Dann ist Leipzig ein ernst zu nehmender Rivale.


DJK MJC Trier   
Trier ist eine sehr eingespielte Mannschaft, trotzdem relativ jung, und spielt einen pfiffigen Ball. Endlich sind alle Spielerinnen zusammen und bleiben hoffentlich verletzungsfrei. Allerdings hat Trier die wichtigste Säule verloren: Dago Leukefeld hat dort eine immense Arbeit geleistet, das Team aus der zweiten Liga bis zur Meisterschaft geführt. Das war enorm. Ich hatte immer das Gefühlt, in Trier war der Trainer besonders entscheidend. Die Mannschaft gehört für mich zu den großen Favoriten, wenn es dem neuen Mann am Ruder gelingt, das von Dago verbreitete Flair ' beizubehalten, die Mannschaft genau so kompakt und ballsicher auftreten zu lassen. Weil ich da nicht sicher bin, gebe ich einen halben Ball weniger.


Buxtehuder SV     
Buxtehude hatte zuletzt viel Pech mit dem starken Rückraum durch Verletzungen und dann die Schwangerschaft von Aleksandra Pawelska. Wenn sie diese Ausfälle kompensieren können, sind sie ein ganz heißer Anwärter auf einen internationalen Startplatz. Mit ihrer Heimstärke und der an vielen Spieltagen zu Superform auflaufenden Silke Christiansen im Tor werden die Norddeutschen auf alle Fälle eine positive Rolle spielen. Ich glaube auch, dass sich Heike Axmann als Trainerin beweisen wird, das hat sie ja zum Ende der Vorsaison schon mit Auszeichnung getan. Schade ist es trotzdem, dass Leszek Krowicki fehlt. Überhaupt sind ja mit ihm, Maik Nowak, Jürgen Gerlach, Dago Leukefeld und wohl auch mit mir gleich fünf Trainer verschwunden, die zuletzt die Spitze mit bestimmt haben.


Borussia Dortmund     
Dortmund ist für mich die Sphinx der Liga. An einem guten Tag schlagen die jeden, an einem schlechten kriegen sie kein Bein aufs Parkett. Nicht nur die letzte Saison war ein kurioses Auf und Ab. Thomas Happe hat aber als Trainer die Sache in die richtige Richtung bewegt. Er war ja als Spieler schon immer ein Abwehrfan, und das merkt man der Mannschaft zunehmend an. Durch die neue Linkshänderin aus Rumänien wird das Spiel variabler werden, damit ist der Weggang von Pusic nicht nur kompensiert. Dortmund ist wohl stärker als vorige Saison, ein Kandidat für Meisterschaft oder Europapokal sind sie für mich aber nicht.


VfL Oldenburg       
Eine heimstarke Mannschaft, die in der eigenen Halle jeden erschrecken kann. Der enormen Kampfkraft kann das Team aber nicht die spielerischen Mittel entgegen stellen. Heike Schmidt ist eine Ankurblerin im Rückraum, die Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft ist. Oldenburg spielt eine konstante 6-0-Abwehr, die Trainer Kalafut lange eingetrichtert hat. Mit der Holländerin Diane Lamein haben sich die Norddeutschen sehr gut verstärkt, sie war die effektivste Spielerin bei Lützellinden in der vergangenen Saison. Oldenburg wird, wenn es von Verletzungen verschont bleibt, keine Sorgen um den Klassenerhalt bekommen. Mehr ist aber nicht drin.


TV Mainzlar
      
Die sogenannte "Graue Maus" der Liga kann den Klassenerhalt schaffen, aber nur, wenn Monika Ludmilova wirklich noch eine Saison dranhängt. Sie ist das Herz der Mannschaft und der Motor zugleich. Mainzlar hat sich zwar ordentlich ergänzt, aber mit dem kleinen Kader von zwölf Spielerinnen darf nichts passieren, wenn man die Saison in Ruhe vor den Abstiegsplätzen zu Ende bringen will. Wichtig scheint mir, dass Mainzlar weiter in der eigenen kleinen Halle in Lollar spielt Das ist für die Gäste die Hölle und purer Stress. Ich bin immer sehr ungern dort angetreten, weil die Heim-Mannschaft dort in wichtigen Spielen über sich hinauswachsen kann.


PSV Rostock         
Die zweite "Graue Maus" für mich, aber nur, was die Position am Ende der Saison angehen wird. Entscheidend war schon vor einem Jahr die Verpflichtung von Svetlana Minevskaja, die im Angriff die Fäden in der Hand hält und immer ein potentieller Gefahrenherd ist. Die Mannschaft bringt trotz des Aufstiegs schon viel Erstliga-Erfahrung mit, die weißrussische Rückraumreihe ist die solide Konstante und mit Diane Roelofsen für den Kreis ist, wenn sie ihre Kreuzband-Verletzung überwunden hat, eine gute Verstärkung gelungen. Die Mannschaft wird unten mitspielen, aber nicht absteigen.


TuS Weibern
        
Eine ganz undurchsichtige Mannschaft, die im Vorjahr ein paar Etablierte erschreckt hat. Aber mit acht neuen Spielerinnen aus verschiedenen Ländern und einem neuen Trainer ist es fraglich, ob daraus auch ein richtiges Team entsteht. Das ist eine komplizierte Aufgabe für den Isländer Adalsteinn Eyjolfsson. Im übrigen ist es nicht angenehm, in Weibern zu spielen. Aber ich glaube nicht, dass die Mannschaft in diesem Jahr für die gleiche Furore sorgen kann, wie zu Beginn der vergangenen Saison.


SG Kirchhof           
Tut mir leid, ich kann beim Neuling wenig zur fachlichen Einschätzung beitragen. Mir ist aber auch nichts von namhaften Verstärkungen bekannt, höchstens Ergänzungen. Der Unterschied zwischen zweiter und erster Bundesliga ist aber gravierend und mit der Mannschaft aus dem Unterhaus ist der Klassenerhalt wohl nicht zu meistern. So tippe ich, auch ohne konkrete Kenntnis der Verhältnisse um den Verein, Kirchhof als sicheren Absteiger.



Quelle: HandballWoche Nr. 36 / 31.08.2004


Die Play-Off-Runde im Visier / HandballWoche / 31.08.2004

In der vergangenen Serie belegte der VfL Oldenburg am Ende den siebten Tabellenplatz. Für die neue Serie haben sich die Spielerinnen des erfahrenen Trainers Peter Kalafut einiges mehr vorgenommen. Sie streben die neu eingerichtete Playoff-Serie. Ein sicherlich nicht leichtes Vorhaben. "Wir haben auch leider nur fünf Heimspiele, dafür aber sechs Auswärtsspiele. So haben nicht alle Clubs die gleichen Bedingungen. Hiermit wird unsere Ausgangslage schon erschwert", steht für Peter Kalafut fest. Nichts desto trotz ist ein Platz unter den ersten sechs Teams der Liga das Ziel. Dazu wurde die Mannschaft entsprechend verstärkt und der Trainer hofft natürlich, dass sich sein Team wie schon in der vergangenen Serie kontinuierlich steigert.

Vielseitig einzusetzen ist die von TV Lützellinden übergewechselte vielfache niederländische Nationalspielerin Diane Lamein. Sie sollte in der Lage sein, dem Oldenburger Spiel von der Spielmacherposition aus neue zündende Ideen zu geben. Verstärkt haben dürfte sich der VfL zudem am Kreis durch die Rückkehrerin Kathrin Scholl von DJK/MJC Trier. Sie fügte sich bereits stark in das VfL-Spiel ein und zeigte sich dabei zudem recht treffsicher. Mit Janice Fleischer ist darüber hinaus vom Lokalrivalen DSC eine starke Torfrau übergewechselt. Mit diesen drei Spielerinnen sollte es dem VfL gelingen, die Abgänge von Nico Scholl (SC Greven), Anna Psatha (TV Mainzlar), Kathrin Thiele (Spanien) und Marcela Fecova (Duslo Sala) vergessen zu machen.

Aber Trainer Peter Kalafut baut seine Hoffnungen nicht nur auf die gezielten Neuverpflichtungen. Hat sich doch sein Team im Laufe der vergangenen Saison hervorragend weiterentwickelt. So schafften nach der Oldenburger Rekord-Nationalspielerin Heike Schmidt auch Rückraumspielerin Marion Erfmann und Rechtsaußen Danelia Harke ebenso den Sprung in die deutsche A-Nationalmannschaft. Und gerade diese Spielerinnen wollen jetzt unter Beweis stellen, dass sie völlig zu Recht berufen sind.

Eine weitere Leistungssteigerung ist zudem den talentierten Spielerinnen Olesja Nürnberg, Alexandra Hansel und Nina Hess zuzutrauen. Bleibt abzuwarten in welcher Verfassung die griechische Nationalspielerin Grigoria Gkolia von den Olympischen Spielen in ihrem Heimatland zurückkehrt. Der VfL sieht die Saison 2004/2005 gleichzeitig als große Chance, die Zuschauerzahlen zu steigern. Denkt man doch darüber nach ab der Spielzeit 2005/2006 die Heimspiele in der im Bau befindlichen schmucken Oldenburger Sportarena, die ein Fassungsvermögen von über 3000 Besuchern aufzuweisen hat, auszutragen.

Quelle: HandballWoche Nr. 36 - Heinz Arndt / 31.08.2004


Zielvorgabe: Erreichen der Hauptrunde / HandballWoche Nr. 30/31/32

Brune-Team bestreitet vor der EM in Tschechien drei Testspiele gegen Frankreich - Laura Steinbach wieder fit

Die große Aufgabe rückt immer näher: Vom 30. Juli bis zum 8. August messen sich die Juniorinnen des Deutschen Handballbundes bei der Europameisterschaft in Tschechien mit den besten Talenten des Kontinents. Vorher bringt Dr. Stephan Brune die deutsche Auswahl der Jahrgänge 1985 und jünger mit drei Testspielen gegen EM-Teilnehmer Frankreich in Schwung. Die Vergleiche im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) finden am 20., 22. und 23. Juli in Sallanches statt.

"Diese Spiele und Trainingseinheiten müssen wir nutzen, um uns einzuspielen", sagt Brune. "Das wird für uns eine gewisse Standortbestimmung, aber es kommt noch nicht darauf an, alles zu zeigen. Ich bin froh, noch einmal relativ viel testen zu können." Zuletzt unterlag das durch zahlreiche Ausfälle geschwächte DHB-Team den nicht für die EM qualifizierten Ungarinnen mit 27:28 und 24:26.

Zur Frankreich-Maßnahme kehrt auch die am Meniskus verletzte Laura Steinbach in den Kader zurück. "Laura ist noch angeschlagen und wird intensiv in der Physiotherapie arbeiten, aber ich hoffe, dass sie bei der EM zumindest zeitweise spielen kann", sagt Brune. Bis auf Franziska Beck und Anne Ulbricht (beide Kreuzbandriss) kann der DHB-Trainer für die Europameisterschaft mit seinem Wunschaufgebot planen. Über den endgültigen Kader wird der Kardiologe aus Stade jedoch erst während der Testspiele in Frankreich entscheiden.

Die DHB-Juniorinnen treffen in der Vorrunden-Gruppe D der Europameisterschaft auf Norwegen, Österreich und Island. "Diese Gruppe ist schwierig, aber unser Ziel ist trotzdem die Hauptrunde", sagt Brune. Zum Weiterkommen muss die deutsche Mannschaft mindestens zwei Gegner hinter sich lassen.

Wichtige Grundlagenarbeit auf dem Weg zur Europameisterschaft haben die Vereine geleistet. Für sämtliche Spielerinnen hatte Brune individuelle Programme ausgearbeitet und mit den Heimtrainern abgestimmt, um fit über den Sommer zu kommen. "Das", lobt der DHB-Trainer, "das hat sehr gut geklappt."

DHB-Aufgebot: Jana Krause (HC Leipzig), Maike Daniels (HC Leipzig), Natalie Hagel (HSG Blomberg-L), Susanne Möller (HSG Blomberg-L), Anika Hermenau (SV Berliner VG), Jenny Karolius (SV Berliner VG), Gesine Paulus (SG PSV Rostock), Laura Steinbach (TuS Metzingen), Angie Geschke (FHC Frankfurt/O.), Julia Harms (Buxtehuder SV), Julia Schulz (SC Markranstädt), Kim Birke (SC Germania List), Isabelle Glauner (TV Nellingen), Jessica Schulz (FA Göppingen), Claudia Schückler (HSG Mannheim), Svenja Huber (TSG Ketsch).

 Gruppe A   Gruppe B   Gruppe C   Gruppe D 
 Russland    Slowenien  Rumänien  Deutschland
 Portugal  Polen  Spanien  Norwegen
 Schweden  Tschechien  Serbien/M.     Österreich
 Frankreich     Dänemark    Kroatien  Island   

Spiele der deutschen Mannschaft in Zlin
30. Juli 19.30    Deutschland  -  Island  
31. Juli 19.30    Österreich - Deutschland  
1. August   17.30 Norwegen - Deutschland  


Quelle: Handballwoche Nr. 30/31/32 - W. Blass / 20.07.2004


Für Mainzlar wird die Zeit knapp / HandballWoche Nr. 30/31/32

Totaler Neuaufbau: Nur fünf Spielerinnen bleiben - Nachfolge von Trainer Leun noch offen

Dass der TV Mainzlar im September in sein 15. Bundesligajahr geht, hat der sportliche Absteiger zum einen der Lizenzverweigerung für den TV Gießen-Lützellinden zu verdanken und zum anderen der Tatsache, dass sich die dreiköpfige Führungsspitze des Pokalsiegers von 2001 nach monatelangen Zweifeln Mitte Mai doch noch zum Weitermachen entschloss.
Auf professionellere Beine wollten Manager Bernd Bierau, Bundesligaobmann Berndt Dugall und der Vereinsvorsitzende Rolf Kern das Unternehmen Bundesligahandball stellen. Der schwungvolle Neuanfang bedingt durch die Auslagerung des Erstligaspielbetriebs in die Anfang Juni neu gegründete Staufenberg Mainzlarer Handball GmbH mit 16 Gesellschaftern und einem Stammkapital von 34 500 Euro ist mittlerweile jedoch ins Stocken geraten, was an mehreren Problemfeldern liegt. So kann der letztjährige Tabellen-Elfte siebeneinhalb Wochen vor seinem Auftaktmatch in Buxtehude (11. September) immer noch keinen Trainer vorweisen. Zwei Wunschkandidaten hatten bisher bereits abgesagt. "Bis zum 1. August wollen wir die Trainerfrage geklärt haben", sagt der alleinige GmbH-Geschäftsführer Bernd Bierau.

Die Zeit drängt indes auch hinsichtlich der Verpflichtung neuer Spielerinnen. Sind doch vom 16-köpfigen letztjährigen Kader in Dorthe Wiedenhöft-Naß, Ina Krtschil, Patricia Vesper, Peggy Treek und Kerstin Grölz nur fünf Akteurinnen übrig geblieben. Zwar hat Bierau zwei weitere ausländische Handballerinnen, deren Namen er allerdings noch nicht nennen will, unter Vertrag genommen und die mündliche Zusagen zweier weiterer Kräfte, doch dürften neun Aktive für die Saison nicht ausreichen, zumal Toptorjägerin Monika Ludmilova "nur noch im Notfall" (Bierau) zur Verfügung stehen will. Neben einem nebenberuflichen Coach will Bierau deshalb "noch zwei, drei Spielerinnen" verpflichten, wobei er auf höhere Sponsorengelder beim geplanten Etat von 250 000 Büro zurückgreifen kann, da die Hauptgeldgeber (Lieber Brauerei, Stadtwerke Gießen, CBK-Stapler) ihr finanzielles Engagement erhöht haben.

Sechs ihrer elf Heimspiele werden die Mainzlarerinnen in der Gießener Sporthalle Ost austragen, während sie für die restlichen Begegnungen in die nicht bundesliga-taugliche Sporthalle Lollar Nord zurückkehren müssen, da ein Ausweichen nach Hüttenberg wegen Terminkollisionen in dieser Saison nicht möglich ist. Bierau ist derzeit schon froh, dass die TVM-Frauen ab dem 1. August in der kleinen Sporthalle von Staufenberg trainieren können, weil die Lollarer Sporthalle derzeit renoviert wird. Wahrlich keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreicheres Abschneiden in der neuen Saison.

Quelle: Handballwoche Nr. 30/31/32 - Jürgen Heide / 20.07.2004


   Zygfryd Kuchta
   Polnischer Nationaltrainer Zygfryd Kuchta
Frauenhandball in Polen mit Fragezeichen

"Europa wir kommen" hieß es noch vor einigen Wochen im Osten bei unseren polnischen Nachbarn. Was den Frauenhandball allerdings angeht, ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Nachdem die polnische Nationalmannschaft die Qualifikation für die WM im letzten Jahr verpasst hatte, wird sie in diesem Jahr bei der EM in Ungarn ebenfalls nicht dabei sein.

In der Qualifikation unterlagen die Polinnen gegen die starken Spanierinnen. Obwohl dem Frauenhandball in Polen sicherlich mehr öffentliches Interesse geschenkt wird (Heimspiele der Nationalmannschaft werden live im TV übertragen) als in Deutschland, sind die internationalen Erfolge dort zur Zeit dürftiger als bei uns. Und nicht nur die Nationalmannschaft, sondern auch die Vereinsmannschaften können auf europäischer Ebene nur selten für positive Schlagzeilen sorgen.

Der einstiger Vorzeigeverein Montex Lublin, heute Bystrzyca Lublin , schlägt sich seit Jahren mit finanziellen Problemen herum. Nachdem nach der Saison 2002/2003 mehrere Leistungsträgerinnen den Verein verlassen hatten, reichte es in der vergangenen Saison für den einstigen Serienmeister nur noch zur Vizemeisterschaft.
 
Karolina Kudlacz   
Karolina Kudlacz
  

Allerdings ganz so düster sieht die Lage insgesamt nicht aus. Die Hoffnungen ruhen auf die jüngeren Spielerinnen.
Sowohl der polnische Meister Nata Gdansk (Danzig), als auch der Vizemeister Bystrzyca Lublin und der Tabellendritte Vitaral Jelfa Jelenia Góra (Hirschberg) haben eine relativ jungen Kader mit Spielerinnen, die in Zukunft sicherlich noch auf sich aufmerksam machen werden.
   Agata Wypych
   Agata Wypych


Beim polnischen Meister Nata Gdansk gilt die erst 19-jährige Linksaußen Karolina Kudlacz als das große Talent. Mit 228 Treffern in 31 Meisterschaftsspielen belegt sie den 2-ten Platz in der Torschützenliste.

Erste in der Torschützenliste ist die 24-jährige Agata Wypych von Vitaral Jelfa Jelenia Góra mit 235 Toren in 32 Spielen.
 
Magdalena Mlot   
Magdalena Mlot
  
Jelenia Gora wird in der kommenden Saison beim Kampf um die Meisterschaft ein gewichtiges Wort mitsprechen können.
   Joanna Wodniak
   Joanna Wodniak
Joanna Wodniak, zuletzt beim Buxtehuder SV aktiv, wird in der nächsten Spielzeit das Team verstärken. Mit der Linkshänderin Magdalena Mlot (10-te in der Torschützenliste) steht zusätzlich eine junge Spielerin in der Mannschaft, die auch auf internationaler Bühne bestehen kann.

Und zu guter Letzt könnten sich auch die Frauen aus Lublin wieder zurückmelden. Finanziell hat der Verein seinen Etat mittlerweile zurückgefahren. Private Sponsoren sollen zudem helfen die Spielerinnen, die zum größten Teil an der Universität in Lublin studieren, zu halten. Zwar sind schon einige Bundesligavereine an die Linkshänderin und 5-te in der Torschützenliste Agnieszka Wolska interessiert, diese stellt zur Zeit jedoch noch ihr Studium in der Vordergrund.
 
   Agnieszka Wolska
   Agnieszka Wolska


Wie es um den polnischen Frauenhandball bestellt ist, davon können sich die Zuschauer in Oldenburg vom 20.08. - 22.08.2004 ein Bild machen. Am Robert-Schumann-Turnier nehmen der polnische Meister Nata Gdansk sowie Start Elblag und Kolporter Kielce, ebenfalls aus Polen teil.
Am Turnier in Bad Urach vom 3. bis 5. September 2004 nimmt der polnische Vizemeister Bystrzyca Lublin teil.


Tabelle polnische Liga / Playoff - 2003/2004

Pl. Verein Sp. + + - Tore Punkte
1. KS NATA AZS AWFiS Gdansk 32 26 2 4 1007 792 54 10
2. KS Bystrzyca Lublin 32 23 3 6 943 814 49 15
3. MKS Vitaral Jelfa Jelenia Gora 32 19 3 10 903 786 41 23
4. Mercus Zaglebie Lubin 32 16 1 15 786 769 33 31
5. KS EB Start Elblag 32 15 2 15 766 817 32 32
6. KS Zgoda Ruda Slaska 32 14 2 16 778 824 30 34


Pl. Verein Sp. + + - Tore Punkte
7. MMKS Piotrcovia Piotrkow Tryb. 32 18 0 14 821 786 36 28
8. KS Lacznozciowiec Szczecin 32 13 2 17 737 784 28 36
9. KSS Kolporter Kielce 32 14 0 18 804 830 28 36
10. GZKS Sosnica Gliwice 32 13 1 18 734 786 27 37
11. KS Meble Rys-Goscibia Sulkowice 32 8 2 22 621 762 18 46
12. KS AZS AWF Katowice 32 4 0 28 666 816 8 56


Pl. Name Verein Spiele Tore
1. Agata Wypych MKS Vitaral Jelfa Jelenia Gora 32 235
2. Karolina Kudlacz KS NATA AZS AWFiS Gdansk 31 228
3. Kamila Caluzynska KS Lacznozciowiec Szczecin 30 190
4. Karolina Siodmiak KS NATA AZS AWFiS Gdansk 32 188
5. Agnieszka Wolska KS Bystrzyca Lublin 31 185
6. Olena Naumienko KS Lacznozciowiec Szczecin 31 171
7. Natalia Artsiomenka KSS Kolporter Kielce 24 169
8. Joanna Dworaczyk KSS Kolporter Kielce 32 166
9. Olena Pohrenbnyak KS Zgoda Ruda Slaska 30 158
10. Magdalena Mlot MKS Vitaral Jelfa Jelenia Gora 28 153
11. Iwona Niedzwiedz MMKS Piotrcovia Piotrkow Tryb. 32 145
12. Kristina Svatko KSS Kolporter Kielce 28 144
13. Iwona Blaszkowska Mercus Zaglebie Lubin 31 144
14. Ewa Jarzyna Jarzyna GZKS Sosnica Gliwice 31 143
15. Anna Pawlik Pawlik KS Zgoda Ruda Slaska 32 140
16. Monika Stachowska KS NATA AZS AWFiS Gdansk 31 135
17. Marzena Kot Mercus Zaglebie Lubin 32 134
18. Malgorzata Majerek KS Bystrzyca Lublin 22 133
19. Iryna Latyshevska GZKS Sosnica Gliwice 28 133
20. Kinga Gawiowicz KS Meble Rys-Goscibia Sulkowice 29 131



Miezen starten mit blauen Flecken in die Vorbereitung / HandballWoche / 22.06.2004

Mit blauen Flecken nach Hause zu kommen, das sind die Trierer „Miezen" aus der Bundesliga eigentlich gewöhnt. Dass diese "Erinnerungen" aber von Felsen stammen, weniger. Zum offiziellen Saisonabschluss hatten sich die Triererinnen eine Mannschaftsfahrt einfallen lassen, die in etwa dem Tempo, das sie vorlegen, gerecht wird: Rafting und Canyooning bei Bad Reichenhall. "Es hat riesig viel Spaß gemacht Aber das wichtigste: Keine ist ertrunken oder ernstlich verletzt worden", zog Vorstandsmitglied Jürgen Brech Bilanz.

Ein Thema auf der Tour nach Bayern war sicherlich auch der Europapokal. Denn obwohl rein rechnerisch qualifiziert, verzichtet der Meister von 2003 auf den Startplatz im Challenge-Cup. Die Gründe liegen für Brech auf zwei Ebenen: "Erstens ist der Wettbewerb vor dem Halbfinale sportlich uninteressant und die Gefahr, dass sich die Spielerinnen beim Tanz auf drei Hochzeiten verletzen, ist zu groß. Wir wollen unsere Kräfte bündeln, um in der Liga oben mitzuspielen und noch einmal zum Pokal-Final-Four nach Riesa zu fahren", sagte Brech der HW. Andererseits sei der Verein finanziell nicht auf Rosen gebettet, wodurch die Challenge-Cup-Teilnahme garantiert zu einem Zuschussgeschäft werde. "Wenn ich an unsere ersten beiden Starts in diesem Wettbewerb und Teams wie Türk Telekom Kolübü oder RK Skopje denke, weiß ich, dass wir damit deutlich weniger Zuschauer als bei Liga-Spielen in die Arena locken würden.

   Anja Althaus
   Anja Althaus
Hinzu kommen die Reisekosten, aber auch der Reisestress." Einige Spielerinnen hätten zwar gerne wieder auf internationaler Ebene gespielt, doch in der kommenden Saison will sich die MJC für einen attraktiveren europäischen Wettbewerb qualifizieren. "Wir haben durch die Champions-League-Teilnahme ein erhebliches Minus gemacht. Deswegen haben wir lange nachgedacht, ob wir uns das erneut leisten können. Aber Trainer und Vorstand stehen hinter dieser Entscheidung", sagte Brech. Sportlich gesehen läuft es hingegen rund bei den "Miezen": Mit Ausnahme von Anja Althaus (Schulterprobleme) sind alle Spielerinnen fit und kommen derzeit in den "Genuss" der knallharten Konditions-Einheiten des neuen Gespanns Wolfgang Reckenfhäler/ Günter Meder. Als letzter Neuzugang stieß nun Torfrau Maike März zum Kader. Ihre Ex-Metzinger Mannschaftskameradin Marion Radonic sowie Melanie Mannebach (aus Weibern gewechselt) haben sich derweil schon gut im "Miezen-Körbchen" eingefunden.

Quelle: Handballwoche Nr. 26/27 - Björn Pazen / 22.06.2004


Joanna Wodniak beendet Gastspiel beim BSV / 03.06.2004

   Joanna Wodniak
   Joanna Wodniak
Die 23-jährige Rückraumspielerin kehrt nach einem knappen Jahr in Buxtehude und 31 Toren für den BSV auf eigenen Wunsch zurück nach Polen.
Ausschlaggebend für "Ashis" Entscheidung waren private Gründe für ihren Lebensgefährte Piotr - ebenfalls Profi-Handballer und polnischer National-Rechsaußen - konnte in Deutschland leider kein Verein gefunden werden und beide möchten gerne zusammen leben.
Voraussichtlich wird sie schon heute Richtung Heimat aufbrechen.

"Dubiose Spielervermittler hatten Joanna Wodniak (zum DSC Oldenburg) und ihren Freund Piotr Obrusiewicz (zum HV Wilhelmshaven) nach Deutschland gelockt. Geld, Verträge und Aufenthaltsgenehmigungen gabs aber nicht. Und nur trainieren wollten die beiden nicht.

Leszek Krowicki war sofort in die Bresche gesprungen, als er um Hilfe gebeten wurde. Obmann Michael Jungblut hatte sich um die Spielerlaubnis und das Visum gekümmert. Joanna Wodniak sollte den kleinen Kader des Buxtehuder SV ergänzen.
Der Blitztransfer der 50-fachen polnischen Nationalspielerin war innerhalb von wenigen Tagen perfekt gemacht worden. Schon in Leipzig trug die 23-Jährige das BSV-Trikot mit der Nummer zehn und erzielte auf Anhieb vier Treffer (zwei Siebenmeter).
" (Harburger Rundschau, 13.10.2003)

Dennoch, nach den turbulenten Monaten in Oldenburg und dem Wechsel im Oktober letzten Jahres konnte Joanna Wodniak in Buxtehude ihre wahre Leistungsstärke nicht zeigen.

Quellen: BSV-Live Online Redaktion (03.06.2004) und Harburger Rundschau, 13.10.2003


Das Image hat gelitten/ HandballWoche Nr. 23-25 / 02.06.2004

Es gab sicherlich schon erfreulichere und erfolgreichere Jahre für die deutschen Handballerinnen. Zu den wenig prickelnden Erfahrungen zählt trotz teilweise toller Spiele der 12. Platz bei der Weltmeisterschaft im Dezember 2003 in Kroatien, die damit verfehlte Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen und die Chance, sich publikumswirksam einer großen Öffentlichkeit darzustellen.

Auch die Bundesliga lieferte Schlagzeilen, die das Image des Frauenhandballs nicht gerade förderten. Der TV Lützellinden, der beste deutsche Klub seit Einführung der einteiligen ersten Liga, einer, der großes internationales Renomme genoss, bekam die Unterlagen für die Lizensierung nicht rechtzeitig zusammen, verzichtete auf Rechtsmittel und wagt in der Regionalliga einen Neuanfang. Zwischenzeitlich musste der SC Buntekuh Lübeck finanziell nachbuttern, um die Saison ordnungsgemäß beenden zu können.

   Stella Joseph-Mathieu   
   Für positive Schlagzeilen sorgte Stella Joseph-Mathieu, die von der HandballWoche zur besten Torhüterin der Saison gewählt wurde. Die Französin war von Issy les Moulineaux nach Frankfurt an die Oder gewechselt. In der vergangenen Saison erwies sie sich als beste und beständigste Torhüterin. Die 26-Jährige gab sich in der gesamten Saison keine Blöße und unterlag nur geringen Formschwankungen. Im Final Four in Risa unterstrich sie ihre Position als Nummer eins.
In der kommenden Saison wird sie dem FHC allerdings nicht mehr zur Verfügung stehen. Um sich in ihrer Heimat einer Operation zu unterziehen, löste sie ihren Vertrag im gegenseitigen Einvernehmen auf.

 

Um den späteren Meister FHC Frankfurt machte das Gerücht die Runde, er könne aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht in der Champions League spielen.
Borussia Dortmund sah sich großen Problemen ausgesetzt, weil die Fußballer wieder einmal ihr Ziel verfehlten und nun überall im Hause der Rotstift angesetzt wurde, wovon auch die Handballerinnen massiv betroffen waren.

Der selbsternannte Meisterjäger HC Leipzig griff zum letzten Mittel, wenn die Ratlosigkeit groß ist und entließ den Trainer.
Der 1. FC Nürnberg zahlte verhängte Ordnungsgelder zu spät und lud damit ein zu den wildesten Spekulationen ("Wenn die schon solche Peanuts nicht begleichen können..."). Buxtehudes hausgemachtes Problem endete mit der Demission von Trainer Leszek Krowicki. TV Mainzlar und DJK MJC Trier müssen den Gürtel enger schnallen. Alles Schlagzeilen, die der Frauenhandball wahrlich nicht braucht.

Dabei erhebt diese Aufzählung nicht einmal den Anspruch auf Vollständigkeit. Und dann sollen diejenigen, die für die finanzielle Basis der Bundesligisten verantwortlich sind, ausschwärmen und möglichen Sponsoren klar machen, dass sie ein wirklich erstklassiges Produkt verkaufen...

Doch es gab auch viele gute Argumente für die handballspielenden Damen in diesem unserem Lande. Der FHC Frankfurt erwies sich als so stabil, dass er den eigentlich für den HC Leipzig reservierten Titel souverän und völlig zurecht gewann. Hut ab vor Trainer Dietmar Rösicke. Der 1. FC Nürnberg und sein engagierter Trainer Herbert Müller wiederum verdienten in ihrem zweiten Bundesligajahr Bewunderung, weil sie sich - trotz des Vierpunkteabzugs - die Vizemeisterschaft, den DHB-Pokal und den Challenge-Cup sicherten. Und es gab begeisternde Bundesligaspiele, die die Zuschauer von den Sitzen rissen.

Und eben darum geht es in unserer HW-Rangliste. Es geht um den Sport und die Sportlerinnen. Nach bestem Wissen und Gewissen haben wir ein Ranking erstellt, das aber selbstverständlich nur subjektiv sein kann, weil die Leistungen nicht in Metern oder Sekunden, nicht in Höhe oder Weite und nicht einmal in Statistiken wie Torschützenlisten oder Anzahl der Torhüterparaden gemessen werden können. Wenn es zu Diskussionen anregt, hat es ein Teilziel schon erreicht.

Noch ein nachdenklicher Satz des "obersten Frauentrainers", Ekke Hoffmann: "Wenn so viele ältere Spielerinnen auf den verschiedenen Positionen den Ton angeben, dann sollte das den jüngeren zu denken geben." Seine Sorgen sind nicht unberechtigt, auch wenn's der Herberger Sepp anders sah: Er unterteilte nicht nach jungen und alten, sondern nach guten und schlechten. Vielleicht wird die Saison 2004/05 ja das Jahr der "jungen Wilden".

Die besten Spielerinnen der Saison 2003/2004 (lt. HandballWoche):

TOR: Stella Joseph-Mathieu (Frankfurt)
LINKSAUSSEN: Susanne Henze (Buxtehude)
RÜCKRAUM LINKS: Monika Ludmilova (Mainzlar)
RÜCKRAUM MITTE: Lina Spalviene (Frankfurt)
RÜCKRAUM RECHTS: Bianca Urbanke-Rösicke (Frankfurt)
RECHTSAUSSEN: Raissa Tichonowitsch (Frankfurt)
KREIS: Kathrin Blacha (Nürnberg)

Quelle: HandballWoche Nr. 23-25 / 02.06.2004

   Corina Christenau
 Corina Christenau
   Herbert Müller
 Herbert Müller
   Nadine Krause
 Nadine Krause

Wermutstropfen / HandballWoche Nr.22 / 26.05.2004

Den silbernen Riesenpott, offiziell Challenge Cup, in die Höhe gereckt, genoss Spielführerin Corina Christenau den Triumph ganz besonders. Die gebürtige Rumänin, seit 1998 Dreh- und Angelpunkt des Nürnberger Aufschwungs und inzwischen mit deutschem Pass versehen, musste sich in Deva Schmähgesänge der Fans anhören und als ehemalige Nationalspielerin als Verräterin beschimpfen lassen.

Sie war auf die aggressive Atmosphäre vorbereitet, denn, so hatte sie bereits nach dem Hinspiel gemutmaßt, "wenn wir hier früher mit Timisoara (Temeschburg) um Punkte spielen mussten, herrschte Krieg". Diesmal allerdings nur verbal gegen sie, denn auf dem Spielfeld sorgte das Schweizer Schiedsrichtergespann bei aller Härte für Ordnung.

Nicht ganz so in Ordnung war die Handball-Welt für Trainer Herbert Müller. Natürlich war er mehr als zufrieden mit dem Saisonverlauf, fand nur Lobesworte für seine Mannschaft - aber eine Personalie machte ihm einen dicken Strich durch die Zukunfts-Rechnung, nach dem deutschen Titel zu greifen.

Nationalspielerin Nadine Krause machte ihre Zusage rückgängig und bleibt in Leverkusen, weil es Probleme mit ihrem weiteren BWL-Studium in Nürnberg gab. Und da sie noch seinen Vertrag unterschrieben hat, weil dieser ihr noch nicht zugeschickt worden war, schaut der Verein in die Röhre.
Müller muss, angefressen wegen dieses Versäumnisses, also neu planen. Denn neben einer Torfrau ("Da sind wir sehr weit") und möglicherweise der Kreisspielerin Georgeta Vartic vom Challenge-Cup-Gegner Cluj (Rumänien) ist jetzt wieder eine Position im Rückraum zu besetzen.

Da wird Ersatz für Krause schwierig, "denn alle guten Spielerinnen sind längst gebunden". Wermutstropfen also im Freudentaumel, ist für den Trainer nach der Saison doch sofort wieder vor der Saison.

Quelle: WP / HandballWoche Nr. 22 - 26.05.2004


Europacup / 23.05.2004

 Europapokal
 Champions - League
 15./22.05.04 - Slagelse FH  :   Krim Ljubljana   25 : 24 / 36 : 32
 EHF Cup
 16./23.05.04 - Györi Graboplast ETO  :   Viborg HK A/S   27 : 27 / 21 : 37
 Challenge Cup
 15./22.05.04 - 1. FC Nürnberg  :   Uni Remin Deva   29 : 23 / 29 : 33
 Pokalsieger Cup
 15./21.05.04 - Hypo Niederösterreich  :   Ikast Bording EH   35 : 30 / 22 : 36

Slagelse holt sich die Champions League-Krone
Tanja Logvin und Nataliya Derepasko   
7 Tore von Tanja Logvin und 11 Tore von Nataliya Derepasko reichten Krim ETA Ljubljana nicht aus, um das Rückspiel gegen den Slagelse FH zu gewinnen.
 
Nachdem der dänische Vizemeister Slagelse FH nur mit einem "mickrigen" Törchen Vorsprung zum Rückspiel des Champions League-Finals nach Slowenien fahren mußte, sah es so aus als wäre der neue Gewinner in diesem Wettbewerb auch der alte, nämlich Krim ETA Ljubljana.

Slagelse aber bot "in der Höhle des Löwen" über die gesamten 60 Minuten eine ganz starke Partie und triumphiert letztlich hochverdient mit 36:32.
Damit kann sich die Mannschaft von Trainerin Anja Andersen nach dem verpassten Titel in Dänemark die Krone der Champions League aufsetzen und entthront somit die erfolgsverwöhnten Sloweninnen.
Infos unter: Dominik Schreier (22.05.2004) / http://www.handball-world.com

1. FC Nürnberg gewinnt Challenge Cup
Die Handballerinnen des 1. FC Nürnberg haben ihren zweiten Titel der Saison 2003/04 gewonnen. Nach dem Erfolg im DHB-Pokal gewannen die Mädels von Trainer Herbert Müller am Samstagvormittag auch den Challenge Cup. Das Rückspiel bei Universitatea Remin Deva wurde zwar 29:33 (13:16) verloren, aber das reichte nach dem 29:23-Sieg im Hinspiel. Beste Werferinnen beim Club waren Barbara Strass (8), Corina Christenau (6/1) und Kathrin Blacha (5). Bei Deva überragten Elena Avadanii (15/7), die vergangene Woche noch verletzt war, und Valentina Elisei (7).
Infos unter: dpa (22.05.2004) / http://www.handball-world.com


Griechische Olympia Nationalmannschaft zu Gast in Norddeutschland
/ 13.05.2004

Sport verbindet bekanntlich. In der vergangenen Woche klingelte das Telefon bei Marina Basanova. Am anderen Ende meldete sich Trula Diminidis vom Ex-Regionlligakonkurrenten VfL Horneburg. Inhalt des Gesprächs: Die griechische Olympiaauswahl ist vom 21.05. - 01.06.2004 zu Gast in Norddeutschland und sucht nach Testgegnern. Kurzerhand entschied sich die Trainerin des SV Werder für einen solchen Vergleich, informierte die Abteilungsleiterin Dagmar Stelberg, die wiederum mit Klaus-Dieter Fischer das Gespräch suchte. Der Präsident des SV Werder Bremen unterstrich einmal mehr, dass beim SVW nicht nur der Fußball allein den Sportverein ausmacht. "Für den SV Werder ist es eine Selbstverständlichkeit, die griechische Damenhandball-Nationalmannschaft auf ihrem Weg zu den olympischen Spielen 2004 im eigenen Land zu unterstützen. Wir werden uns bestimmt etwas für unsere Gäste einfallen lassen", so Fischer.

Nationalmannschaft Griechenland
 Die griechische Olympiaauswahl ist zu Gast in Norddeutschland

Das Testspiel wird am 26. Mai, also dem Mittwoch vor dem Pokalfinale, in der Werder-Halle in der Hemelinger Straße um 19.00 Uhr angepfiffen.

"Ich freue mich auf dieses Spiel. Auch wenn es im Magen brennt, ich werde nicht selber auflaufen", versicherte die SVW-Trainerin.

Testspiele der griechischen Nationalmannschaft:
24.05.2004 - TV Cloppenburg
25.05.2004 - VfL Horneburg
26.05.2004 - Werder Bremen
27.05.2004 - BSV Buxtehude
31.05.2004 - VfL Oldenburg

Quelle auch: www.werder-handball.de


Von der Puszta in die Provinz / HandballWoche Nr. 20 / 11.05.2004

Hortenzia Szrnka: Mit 22 Jahren Deutscher Meister

  
 Hortenzia Szrnka
Am Sonnabend strahlte sie noch übers ganze Gesicht und zeigte sich "total glücklich", am Sonntag war sie zunächst "etwas traurig". Hortenzia Szrnka war die überragende Spielerin des Halbfinals gegen den HCL und auch im verlorenen Endspiel gegen Nürnberg die beste Werferin ihres Teams. Nicht erst seit der Pokalendrunde war klar: Die Verpflichtung der jungen Ungarin vom Spitzenverein Dunaferr im vergangenen Sommer erwies sich als ein Glücksgriff für den FHC.

"Dietmar Rösicke hat mich bei der EM in Dänemark gesehen", erinnerte sich die 22-jährige Rückraumspielerin an die ersten Kontakte. "Dann haben wir ein paar mal telefoniert, Frankfurt hat sich mit Dunaferr geeinigt und so bin ich hier gelandet." Was sie "noch keinen Tag" bereut hat. "Ich wollte nicht in Ungarn bleiben, wollte im Ausland Erfahrungen sammeln", erzählte sie. Mit Frankfurt, dem östlichen Vorposten Deutschlands und bei uns gern als "Provinz" verschmäht, habe sie überhaupt kein Problem. "Ich stamme aus Ostungarn, aus der Puszta. Ich mag kleine Städte und kleine Dörfer, hier fühl ich mich wohl. Auch weil die Leute hier sehr freundlich sind." Nur ihren Freund Matyas vermisst sie gelegentlich, der ist in Ungarn geblieben.

Seit Saisonbeginn gehörte Hortenzia zu den Leistungsträgern beim FHC. 115 Feld-Tore gelangen ihr in ihrem ersten Bundesliga-Jahr, nur ein Treffer weniger als die große Bianca Urbanke-Rösicke. Doch von internen Rankings hält sie nicht viel. "Unser Erfolgsgeheimnis ist das Teamwork, wir haben zusammen gestanden. Wir wollten immer gewinnen." Über die Meisterschaft habe man schon zeitig gesprochen. "Wir wussten, dass wir es schaffen können. Leipzig war zwar Favorit, aber wir hatten eine Chance." Gegen den HCL gewann der FHC dreimal in dieser Saison, 21 Treffer steuerte die Ungarin bei. "Bei denen ist die Saison ja nicht so gut gelaufen. Alles Individualisten, das ist wohl nicht so toll", glaubt sie. Dennoch sei das Halbfinale gegen die Messestädterinnen schwerer gewesen, als es das Ergebnis aussagt. "Im Endspiel hat uns leider die Kraft gefehlt, wir waren nicht mehr frisch und hatten irgendwann mit dem Tempo der Nürnbergerinnen Probleme."

Spätestens in der nächsten Woche wird die Trauer über das verpasste Double auch bei ihr verflogen sein. Die Feierlichkeiten in Frankfurt mit der Triumphfahrt durch die Stadt in Cabrios und dem Empfang im Rathaus rücken das verpasste i-Tüpfelchen in den Hintergrund. "Der Meistertitel ist doch der Höhepunkt", stellt sie klar.

Im nächsten Jahr sind die Frankfurterinnen die Gejagten. Hortensia - ihr Vertrag läuft noch bis 2005 - macht das nichts aus. "Es wird sicher spannend, Nürnberg, Leipzig und wir werden um den Titel spielen", glaubt sie. Bis die Entscheidung fällt, steht noch ein anderes Ereignis an. Vor der Europameisterschaft im Dezember in ihrem Heimatland hat sie großen Respekt. "In Ungarn zählt nur die Goldmedaille. Alles andere ist schlimm", sagt sie. In Frankfurt hat es Hortenzia Szrnka da mithin deutlich einfacher.

(Quelle: UK / Handballwoche Nr. 20 - 11.05.2004)


Nürnberg landet in Riesa Pokal-Coup / NWZ / 10.05.2004

Final Four in Riesa
 08.05.04 / 14.00 Uhr:  FHC Frankfurt/Oder    -   HC Leipzig    35 : 28 
 08.05.04 / 16.30 Uhr: 1. FC Nürnberg    -   TV 05 Mainzlar   41 : 27 
 
Spiel um Platz 3
 09.05.04 / 13.00 Uhr: HC Leipzig    -   TV 05 Mainzlar   36 : 30 
Finale
 09.05.04 / 15.30 Uhr: FHC Frankfurt/Oder    -   1. FC Nürnberg   26 : 32 

Nürnberg landet in Riesa Pokal-Coup / NWZ / 10.05.2004
Finalsieg gegen Frankfurt/Oder
RIESA/SID - Die Handball-Frauen des 1. FC Nürnberg haben ihren ersten großen Coup seit 1971 gefeiert. Durch einen 32:26 (13:13)- Endspielsieg über Meister FHC Frankfurt/Oder holten sich die Franken 33 Jahre nach dem Meistertitel beim Vierer-Turnier in Riesa erstmals den DHB-Pokal. In den Endspielen des Challenge Cups gegen Remin Deva/Rumänien (15. und 22. Mai) hat der "Club" zudem die Chance auf einen europäischen Titel.
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1. Bundesliga - Endstand / Saison 2003/2004 / 03.05.2004

1. Bundesliga / Tabelle
 P. Verein  Sp.  T.-D.  Punkte
 1. FHC Frankfurt/Oder  22  85  36 : 8
 2. 1. FC Nürnberg  22  144  35 : 9
 3. HC Leipzig  22  84  29 : 15
 4. Buxtehuder SV  22  30  28 : 16
 5. Bayer 04 Leverkusen  22  97  27 : 17
 6. DJK MJC Trier  22  27  27 : 17
 7. VfL Oldenburg  22  -18  22 : 22
 8. Borussia Dortmund  22  18  20 : 24
 9. TV Lützellinden  22  -71  17 : 27
 10. TuS Weibern  22  -144  11 : 33
 11. TV 05 Mainzlar  22  -109  9 : 35
 12. SC Buntekuh Lübeck  22  -143  3 : 41
Dem 1. FC Nürnberg werden nach Ablauf der
Saison vier Punkte abgezogen!
(hier noch nicht berücksichtigt!)
  1. Bundesliga / 22. Spieltag
TV Lützellinden    :   FHC Frankfurt/O.   23 : 31
HC Leipzig    :   1. FC Nürnberg   32 : 37
TuS Weibern    :   Bayer Leverkusen   16 : 33
Buntekuh Lübeck    :   VfL Oldenburg   24 : 34
Buxtehuder SV    :   Bor. Dortmund    31 : 25
DJK MJC Trier    :   TV 05 Mainzlar   35 : 30
Quelle: http://www.hbvf.de  


Frankfurt Meister - Nürnberg sichert sich zweiten Platz
Mit einem 31:23 Sieg bei Altmeister TV Lützellinden hat der FHC Frankfurt/Oder nach sechs Meisterschaften in der DDR den ersten gesamtdeutschen Titel der Vereinsgeschichte errungen, während sich der TVL, aufgrund einer nicht eingereichten Bankbürgschaft für das Lizensierungsverfahren, in den Amateurbereich verabschiedet. Die Vizemeisterschaft und die Qualifikation für den EHF-Cup sicherte sich der 1. FC Nürnberg mit einem 37:32-Sieg beim direkten Konkurrenten HC Leipzig. Sportlicher Absteiger neben dem TV Lützellinden ist der SC Buntekuh Lübeck.
Hinter dem HC Leipzig und dem Buxtehuder SV darf sich Bayer Leverkusen weiterhin Hoffnung auf die Teilnahme an den Challenge-Cup machen. Das Team von Renate Wolf besiegte mit 33:16 den TuS Weibern. Leverkusen blickt nun am kommenden Wochenende nach Riesa. Wenn eine andere Mannschaft als Mainzlar sich das Ticket für den Pokalsiegerwettbewerb sichert, rückt Bayer in den Challenge-Cup nach.
Infos unter: http://www.handball-world.com


Zuschauerzahlen 2002/2003 in der ersten Frauen-Bundesliga / 09.07.2003

Insgesamt sahen 125.517 Zuschauer die Spiele der ersten Frauen-Bundesliga.
Mit 23.550 Zuschauern liegt der HC Leipzig klar an der Spitze, es folgen der FHC Frankfurt/O. mit 19.330 Zuschauer und der Buxtehuder SV mit 16.850 Zuschauern. Schlusslichter waren Teutonia Riemke, 3.000 Zuschauer, der TV Mainzlar 3.575 und Eintracht Minden mit 4.450 Zuschauern.
Zum VFL Oldenburg gingen durchschnittlich 452 Zuschauer, insgesamt also 5.870.
(Quelle: Handballwoche Nr. 28/29 - 09.07.2003)